IBMs Watson ist eine Geldmaschine

IBM veröffentlichte gestern Nacht Geschäftszahlen zum abgelaufenen vierten Quartal und zum Geschäftsjahr 2018. Obwohl der Umsatz von "Big Blue", einst die grösste und mächtigste IT-Firma der Welt, im vierten Quartal etwas schrumpfte, reagierten die Anleger erfreut. Grund: IBM schnitt ein bisschen besser ab als erwartet und konnte den Umsatz in wachsenden Märkten (Analytics, Cloud) stärken. Der Umsatz im vierten Quartal schrumpfte übrigens, weil IBM vor einem Jahr eine neue Generation seiner Grossrechner einführen konnte, was einen Umsatzsprung im Hardware-Business ausgelöst hatte.
 
Das Analytics-Business, zum dem IBM auch den Umsatz mit dem KI-System Watson zählt, wuchs im Q4 um acht Prozent verglichen zum Vorjahr, die jährlichen Erträge aus "aaS"-Verträgen gar um 21 Prozent. Insgesamt macht der Umsatz in den Wachstumsfeldern Cloud, Analytics, Mobile, Security und Social nun etwa die Hälfte des Totalumsatzes des Konzerns aus.
 
Übers Jahr gesehen, stagnierte IBM allerdings in allen Geschäftsfeldern. Das ist auch der Grund, warum 'Big Blue' Red Hat für viel Geld übernehmen will. Der Cloud- und Server-Software-Anbieter wächst seit vielen Jahren konstant.
 
Watson hochprofitabel
Interessant ist ein Blick auf die Margen, die IBM in den Quartalsberichten recht detailliert veröffentlicht. Der Computer- und IT-Dienstleistungsriese erzielte im Q4 im Bereich "Cognitive Solutions", wozu Watson gehört, eine Vorsteuer-Marge von gut 40 Prozent. Im Beratungsbusiness (Global Business Services) waren es nur 12,9 Prozent, bei Technology Services und Cloud waren es 15,2 Prozent und im Hardware-Geschäft 19,3 Prozent. Das Geschäft mit Watson und Analyse-Software ist bei IBM also weitaus am profitabelsten. (hc)