Schweizer Hardware-Markt stürzt 2019 ab

Entwicklung des Schweizer IT-Marktes. Grafik: Eito
Courant normal in der ICT-Branche: Weiterhin müssen Software-Verkäufe und Services fehlende Hardware-Umsätze ausgleichen.
 
Glaubt man den Berechnungen des European Information Technology Observatory (EITO), werden 2019 die Hardware-Umsätze im Schweizer IT-Markt um satte zehn Prozent rückläufig sein. Gleichwohl weisen die von EITO gemeinsam mit dem Marktforscher IDC ermittelten Zahlen aus, dass die IT-Gesamtumsätze, also inklusive IT-Services und Software, um knapp drei Prozent auf 21,4 Milliarden Franken anwachsen werden.
 
2018 sind im IT-Business bei einem Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gesamthaft 20,8 Milliarden Franken umgesetzt worden. Wachstumstreiber werde auch 2019 der Software-Bereich sein, der um 6,2 Prozent wachsen soll.
 
Nicht ganz so drastisch wie bei der Hardware im IT-Markt sieht es laut EITO in diesem Jahr im Telekom-Geschäft aus, das seit 2017 bei rund 11,5 Milliarden Franken stagniert. Hier sollen die Umsätze mit Equipement nur um etwas mehr als fünf Prozent schrumpfen. Treiber des Telekom-Segments bleiben die Datendienste, die laut Prognose 2019 um fast vier Prozent wachsen sollen.
 
Insgesamt, hiess es an der zusammen mit dem Brancheverband Swico durchgeführten Pressekonferenz, werde heuer der gesamte Schweizer ICT-Markt 33 Milliarden Franken umsetzen. Das sei gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,8 Prozent. – Laut EITO ein Wachstum, dass auch die EU erreichen werde.
 
Allerdings hielt der Geschäftsführer von Bitkom Research, Axel Pols, der die EITO-Zahlen präsentierte, fest, dass sich schon in den letzten Jahren die Prognosen als zu pessimistisch herausgestellt hätten. Swico-Geschäftsführer Jean-Marc Hensch wies denn auch darauf hin, dass insbesondere die Hardware-Zahlen der Schweiz zu niedrig geschätzt sein dürften. Denn in der Schweiz sei die Windows-10-Umstellung, die als Treiber der Hardware-Umsätze gilt, noch keineswegs abgeschlossen. Vielmehr seien in diesem Jahr noch einige grössere Umrüstungsprojekte zu erwarten, was die IT-Umsätze positiv beeinflussen werde.
 
"60 Prozent der IT-Spezialisten ohne Diplom"
Jedenfalls sieht gemäss Swico-ICT-Index die Branche positiv ins erste Quartal 2019. Der Erwartungsbarometer des Branchenverbands steht mit 115,3 Punkten immer (noch) auf dem dritthöchsten Wert seit seiner Einführung vor zehn Jahren. Nur 2011 und 2018 hatte die ICT-Branche zuversichtlicher in die Zukunft geblickt: "Die ICT-Branche ist stabil auf Wachstumskurs", so der Swico. Dass gleichzeitig in der Consumer-Electronic- und Druck-Branche schlechte Stimmung herrscht, ist ebenfalls seit Jahren nichts Neues. Laut Swico leidet gerade der Cosumer-Electroncis-Sektor an fehlenden Produktinnovationen, was sich so schnell auch nicht ändern werde, wie es hiess.
 
Auch beim "Dauerthema Arbeitskräftemangel" sieht man beim Swico derzeit keine Entspannung: Schweizweit seien knapp 9'000 Stellen ausgeschrieben, die Rekrutierung von technisch hoch qualifizierten Spezialisten, die rasche Einarbeitung von neuen Mitarbeitenden und die Bindung von Fachkräften ans Unternehmen stelle die Firmen vor grosse Aufgaben.
 
Der Swico-Chef wies darauf hin, dass ein besonders Problem darin bestehe, dass rund 60 Prozent der ICT-Quereinsteiger in der Schweiz ohne ein Diplom ihren Job erledigen. Sobald digitale Transformationen anstehen respektive Automatisierungsprojekte umgesetzt werden, werde es gerade für diese ICT-Spezialisten schwierig, einen neun Job zu finden, der noch ihren Skills entspricht. Das erkläre, so Hensch, dass trotz arbeitsloser IT-ler ständig Spezialistenmangel herrsche. (vri)
 
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