CES: 5G … was ist 5G? 6G!

5G wird alles verändern, sagen alle seit längerem. 5G wird die Unterhaltungsindustrie antreiben und die ganze vierte industrielle Revolution überhaupt, sagen alle seit längerem.
 
Gäbe es eine bessere Gelegenheit, 5G zu demonstrieren als an der CES? 4500 Aussteller und 180'000 Besucher werden prognostiziert, darunter Tech-, Gadget- und Wirtschaftsjournalisten aus aller Welt, die berichten könnten.
 
Viel 5G zu Sehen, Bestaunen und Ausprobieren gibt es aber in Las Vegas nicht. Dafür offenbar einige Konfusion und allgemeine Enttäuschung, wenn man die Berichterstattung studiert.
 
Immerhin etwas: Der Chip-Hersteller Qualcomm widmete einen wesentlichen Teil des Messeauftritts 5G-Demos sowohl mit Smartphones als auch mit Virtual-Reality-Headsets. Qualcomm sagte, dass seine Chips in jenen circa 30 5G-Smartphones stecken, die für 2019 angekündigt sind.
 
Aber bei den präsentierten Telefonen handelt es sich um nicht funktionierende Prototypen oder Testgeräte, konstatiert 'Venturebeat'.
 
Intel hatte eine Ankündigung parat und zeigt konkret eine "holografische Kollaboration", bei welcher zwei Partner mit einem Magic-Leap-AR-Gerät eine kaputte Drohne zusammensetzen. Allerdings ist das Livebild des Reparatur-Partners offenbar "sehr pixelig, körnig und nervös".
 
Huawei verzichtet gänzlich darauf, irgendein 5G-Produkt zu zeigen.
 
Samsung hat einen 5G-Smartphone-Prototypen verfügbar, zeigt sich aber wortkarg zu den Details, was man in den kommenden Monaten auf den Markt bringen will.
 
D-Link gibt an, der neue DWR-2010 5G-Router "ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten, die mehr als 40 Mal schneller sind als die derzeitige durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit für festes Breitband in den USA (70 Mbps)", hat 'Ars Technica' zum Thema entdeckt.
 
Mit einem lachenden und weinenden Auge kann man 5G im Autobereich an der CES sehen: Automobilhersteller wie Mercedes-Benz und BMW zeigten autonome Fahrzeuge mit künstlicher Intelligenz und 5G-Funkverbindungen. Da wir alle in absehbarer Zeit aber keine selbstfahrenden Autos oder Busse kaufen können, bleibt vieles noch Hoffnung und vielversprechende Tests. "Intelligentere Autos mit Funktionen wie eingebauten Sprachassistenten, die Menschen dabei unterstützen, Karten zu verwenden, Musik zu spielen oder ein Sport-Update zu erhalten, ohne den Blick von der Strasse abzuwenden, sind jetzt verfügbar", vermeldete die 'New York Times' zum Thema 5G.
 
Dazu gehört, dass wiederum Qualcomm verkündete, man werde "die mobilen Ambitionen von 18 der 25 globalen Autohersteller" verwirklichen.
 
Zwischendurch gerieten Definitionen von 5G und Versprechungen auch durcheinander, fast alle Tech-Journalisten melden verwirrliche Diskussionen und verwirrliche Demos. "Früher oder später wird das Durcheinander beseitigt. Vielleicht entdecken wir dann, dass 5G wirklich eine Technologie ist, auf die es sich zu warten lohnt", so ein Autor.
 
Zu den Gründen für die 5G-Armut gibt es diverse Angaben: Die einen glauben, dass an der MWC Barcelona (früher "Mobile World Congress") Ende Februar die Karten im Smartphone-Bereich gelüftet werden.
 
5G? 6G!
Währenddessen schraubt sich Cisco zum Ankündigungs-Weltmeistertitel hoch: Man arbeite an 6G, sagte Michael Beesley, CTO of Service Provider Networking, zu 'ZDNet' und habe auch eine grobe Idee, was dies heisse. Allerdings sagte Beesley auch, man werde 15 bis 20 Jahre auf die konkreten Produkte warten müssen.
 
Vielleicht geht es mit 5G ein bisschen schneller. In einem Jahr werde man viel mehr Konkretes anschauen, bestaunen und ausprobieren können, vertrösten uns Experten und solche, die es sein möchten. (mag)