Avaloq stürzt sich ins Open-Banking-Zeitalter

In deisem Jahr sollen gleich "Dutzende" von Fintech-Lösungen in "Avaloq.One" integriert werden.
 
Open Banking, die Einbindung von Fintech-Lösungen von Drittanbietern ins Angebot einer Bank via offene APIs, ist einer der grossen Trends in der Banken-IT. Banken und Vermögensverwalter, die dazu bereit seien, "diese Brennessel anzufassen" (O-Ton-Avaloq) könnten die Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllen wie nie zuvor, schreibt der Zürcher Bankensoftwarehersteller in einem Blogpost. In einer Zeit, in der mehr und mehr die Kunden bestimmen, wo es hingeht, würden sie neben ihren eigenen Services auch immer mehr neue Fintech-Services anbieten wollen – und auch müssen.
 
Avaloq will dieses Jahr für sich und seine Kunden das Open-Banking Zeitalter in zwei grossen Schritten lancieren. "Klotzen, nicht kleckern", scheint dabei das Motto zu sein. Im ersten Schritt sollen nämlich nicht eine Handvoll sondern gleich "Dutzende" Fintech-Lösungen mit den Open APIs von Avaloq getestet und dann ins neue "Avaloq.one"-Ökosystem integriert werden. Ist dies einmal gemacht, stehen sie allen Avaloq-Kunden zur Verfügung, zumindest wenn diese selbst die Infrastruktur zur Unterstützung von Open APIs eingerichtet haben. Die von Kunden gewählten Fintech-Lösungen würden nahtlos in die Avaloq-Plattform eingebunden und der "Schmerz und Ärger", sie einzeln zu integrieren, falle weg.
 
Wie uns die Avaloq-Sprecherin Susanne Lucca mitteilte, ist Avaloq.one ein Prototyp, der zusammen mit dem Fintech Yukkalab für die Finovate Asia, die Ende Oktober in Honkong stattfand, entwickelt wurde. "Wir haben nun bereits mit dem Fintech-Onboarding begonnen und verbessern die Plattform, indem wir User-Feedback aufnehmen und einarbeiten, um die Prozesse und Usability zu verbessern. Gleichzeitig werden wir die Avaloq Open APIs weiter ausbauen, um das Fintech-Onboarding weiterzuentwickeln."
 
In einem zweiten Schritt will Avaloq seiner Community dann auch ein vorgefertigtes Tool zur Verfügung stellen, um die Fintech-Lösungen wiederum ihren Kunden anzubieten, nämlich einen "Web Banking Store". Konzeptionell sei er an den App Store von Apple angelehnt, so Avaloq. Finanzinstitute können den Web Banking Store mit dem eigenen Design versehen, die gewollten Fintech-Drittlösungen von Avaloq.One auswählen und sie dann ihren Kunden präsentieren.
 
Dabei können die Banken jeweils auch festlegen, ob ein Service kostenlos sein soll oder ob sie von den Kunden eine Gebühr verlangen. Natürlich kann die Liste der angebotenen Services später auch geändert beziehungsweise ergänzt werden.
 
Der Web Banking Store, so Lucca, sei das eigentliche Ziel der Initiative. "Mit dem Launch der Avaloq.one-Plattform im Sommer 2019 bilden wir das Fundament, um dieses Ziel zügig zu erreichen. Zu seiner Erreichung arbeiten wir sehr eng mit unseren Kunden zusammen." (Hans Jörg Maron)