Gröninger auf eigenen Pfaden

Markus Gröninger hat Avaloq verlassen. Und kümmert sich ab sofort um eigene Projekte rund um die Digitaliserung von KMU.
 
Die Zürcher Bankensoftwareschmiede Avaloq muss 2019 ohne Markus Gröninger auskommen. Er ist ab sofort mit seiner Firma Edux in eigener Sache unterwegs. Man merkt im Gespräch mit Gröninger: Der Mann hat genug davon, für Grossfirmen zu arbeiten, aber er hat keineswegs genug davon, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Seine Ziele sind, wie man es von der bekannten Figur der Schweizer IT-Szene nicht anders erwartet, hoch gesteckt: "Ich will der Digitalisierungspapst für Schweizer KMU werden."
 
Aktuell ist Gröninger mit der eigenen Firma Edux als Profi-Verwaltungsrat, Berater und auch Investor unterwegs. So sitzt Gröninger im Verwaltungsrat der Koelliker AG, des Startups Jellypipe und des Zuger Finanzdienstleiter-Dienstleisters KYC Spider. Jellypipe soll zur (potentiell weltweit präsenten) Drehscheibe im B2B-3D-Druckbusiness werden. Eine kurze Demonstration des Konzepts und des Angebotes von Jellypipe hat auf jeden Fall den Schreibenden beeindruckt.
 
KYC Spider wiederum hilft Banken und anderen Finanzdienstleistern bei der Identifikation von Kunden. Übrigens auch von Adressen in einer Blockchain. " Weiterhin präsent ist der 61-jährige im Vorstand des Anbieterverbands Swico. "Dazu kommen noch ein paar Beratungsmandate", so Gröninger im Gespräch.
 
Kennt man den "Frühpensionierten", so kann man sich leicht vorstellen, dass es nicht bei den drei VR-Mandaten bleiben wird.
 
Lange Karriere als Country Manger
Gröninger kennt man als langjährigen Top-Manager der Bankensoftwareschmiede Avaloq. Er hatte 2010 die Leitung des Tessiner Banken-Dienstleisters B-Source übernommen, der sich damals in einer schwierigen Situation befand. Ein Jahr später übernahm Avaloq die Mehrheit an B-Source und Gröninger wurde damit CEO von Avaloq Sourcing. 2016 übernahm er als Group Chief Global Processing Network die Verantwortung für das gesamte Outsourcing-Business von Avaloq. Auch dieses befand sich nach Verspätungen in Deutschland und Singapur in einer schwierigen Lage, wie Avaloq-Chef Jürg Hunziker Ende 2016 im Gespräch mit inside-it.ch erläutert hat.
 
Doch lange vor B-Source und Avaloq war Gröninger eine bekannte Figur in der IT-Szene. Er war bis 2002 General Manager von Bull Schweiz, danach CEO Switzerland des Outsourcers CSC und von 2007 bis 2010 Country Leader von Oracle Schweiz. (hc)