Wie Steg: Auch Media Markt will nun Dienstleister sein

Media Markt muss in der Schweiz Abschreiber hinnehmen.
 
Diese Woche veröffentlichte Ceconomy, die Mutterfirma von Media Markt und Saturn, die Zahlen zum letzten Geschäftsjahr (bis Ende September). Der Reingewinn des Elektronik-Riesen schrumpfte gemäss Geschäftsbericht auf 87 Millionen Euro, berücksichtigt man die Kosten für das Russland-Abenteuer resultiert ein Verlust von 210 Millionen Euro. Die Aktionäre müssen auf eine Dividende verzichten und litten zudem dieses Jahr unter einem massiven Wertverlust von rund 13 auf noch drei Euro pro Aktie.
 
Das schlechte Ergebnis sei vor allem eine enttäuschende Entwicklung des Umsatzes in Deutschland und der Schweiz zurückzuführen. In der Schweiz ist der Umsatz "in einem wettbewerbsintensiven Umfeld" sogar geschrumpft. Zudem musste Ceconomy sieben Millionen Euro am Firmenwert in der Schweiz abschreiben.
 
Martin Rusterholz nahm Ende November als CEO von Media Markt Schweiz den Hut, wenige Tage zuvor wurden Rusterholzs Chef, Pieter Haas, sowie Deutschland-Chef Wolfgang Kirsch in die Wüste geschickt.
 
Neue Strategie erinnert an Steg
Um das Rad herumzureissen will Ceconomy das Online- und das Service-Geschäft ausbauen. Man wolle mehr als reine Produkte anbieten. Stattdessen sollen mehr Services wie Mobilfunkverträge, Versicherungen, Garantieverlängerungen und Reparaturservices verkauft werden. So gibt es die so genannten "Smartbars" in den Media Märkten, wo man Smartphones sofort reparieren lassen kann.
 
Die nun angekündigte Strategie, mit der Ceconomy die Investionen in die Flächenmärkte verteidigen will, erinnert an die Strategie von Steg / PCP. Steg-Besitzer Lorenz Weber hat die Filialen des lokalen Media Markt Konkurrenten bereits letzes Jahr umgebaut und bietet dort Dienstleistungen an. Die PCP-Gruppe erzielt heute 20 Prozent des Umsatzess mit Dienstleistungen, sagte uns Weber im April dieses Jahrs. (hc)