Geheimdienste haben Anti-Huawei-Kampagne abgesprochen

Laut dem 'Wall Street Journal' (WSJ) sind die Bedenken gegen Huawei-Netzwerkequipment, die einige Geheimdienstchefs von angelsächsischen Ländern in den letzten Monaten öffentlich angebracht haben, eine konzertierte Aktion. Die Chefs der Geheimdienste von Australien, Grossbritannien, Kanada und Neuseeland sowie die Chefin des CIA haben sich demnach im Juli in Kanada getroffen. Unter anderem diskutierten sie über das Risiko, dass Huawei sowie andere chinesische Netzwerkausrüster für die Sicherheit von Netzwerken in ihren Ländern, insbesondere 5G-Netzwerken, darstellen könnten.
 
Kurz darauf begannen die sonst eher öffentlichkeitsscheuen Geheimdienstler, sich offen kritisch zu Huawei zu äussern. Der Australier Mike Burgess warnte beispielsweise, dass 5G-Netzwerke eben nicht nur Smartphones verbinden, sondern im IoT-Zeitalter auch kritische Infrastrukturen. Daher sei es wichtig, die Security von Anfang an sicher zu stellen. Chinesische Unternehmen seien in Australien schon im August als Lieferanten für 5G-Netzwerke ausgeschlossen worden.
 
Sein britischer Kollege, der MI6-Chef Alex Younger, war etwas zurückhaltender, aber doch ziemlich deutlich: Die Regierung solle sich doch gut überlegen, ob sie Huawei als Lieferant für 5G-Infratruktur zulassen wolle. Der kanadische Geheimdienstchef warnte Businessleute, dass man verstärke Aktivitäten im Bereich der staatlich geförderten Wirtschaftsspionage beobachte.
 
Einen öffentlichen Auftritt des neuseeländischen Geheimdienstchefs gegen Huawei führt das 'WSJ' nicht auf. Aber dort hat der Nachrichtendienst direkt den Telco Spark kontaktiert und ihn gewarnt, dass der geplante Einsatz von Huawei-Equipment "erhebliche nationale Security-Risiken" aufwerfen würde. (hjm)