Vinci expandiert nun auch mit Axians IKVS in die Schweiz

Ein neuer Player tritt in einen Markt, in dem eine Konsolidierungswelle erwartet wird. Wir haben beim Chef der hiesigen Axians-IKVS-Dependance nachfragt.
 
Die auf öffentliche Verwaltungen spezialisierte deutsche Vinci-Tochter Axians IKVS will mit seiner Datenanalyse-Expertise in der Schweiz Fuss fassen. Wie einer Mitteilung zu entnehmen ist, will man mit der in Rotkreuz gegründeten AG die "Marktposition im deutschsprachigen Raum" ausbauen. Zu Vinci gehört in der Schweiz bekanntlich Axians IT&T unter deren Marke auch Redtoo und zuletzt Ruf Informatik auftreten.
 
Geleitet wird die hiesige Axians-IKVS-Dependance vom langjährigen Glencore-Manager Daniel Lustenberger, der laut seinem LinkedIn-Profil bereits seit September als Verkaufsberater im Einsatz ist.
 
Die Meldung lässt insofern aufhorchen, weil im Public-Software-Markt mit der im Sommer erfolgten Übernahme von Ruf Informatik durch Axians IT&T eine Konsolidierung eingesetzt hat. Erinnert sei auch daran, dass erst vor wenigen Wochen Canalys-Gründer und CEO Steve Brazier dem Channel allgemein eine massive Übernahmewelle vorhergesagt hat. Tritt Axians IKVS, auf deren Lösung in Deutschland nach eigener Aussage rund 600 Kommunen in 15 Bundesländern setzten, hierzulande nun als Treiber dieser Entwicklung an?
 
Nein, stellt Lustenberger im Gespräch mit inside-channels.ch klar, der ansonsten aber auf die Folgen des Axians-IT&T-Ruf-Zusammenschlusses nicht eingeht. Man adressiere zwar auch die öffentlichen Verwaltungen allerdings nur in einer Nische, führt er aus. Axians IKVS sei sich bewusst, dass die Schweizer Verhältnisse in diesem Sektor komplett andere sind als in Deutschland.

Deshalb trete man mit dem an, was unabhängig von einer Gemeinde-Software wichtig sei. Es handle sich um eine Cloud-basierte Lösung, mit der sich das Berichtswesen von Bund, Kantonen und Gemeinden automatisieren lassen, so die Mitteilung.
 
Dafür biete man ein Tool mit Modulen, die erlaubten, Budget- und Planungszahlen genauso zu rapportieren wie Vergleiche aufzugleisen. "Inhaltliche und vorkonfigurierte Berichte zum Budget und Jahresrechnung können auf Knopfdruck mit den aktuellen Finanzdaten generiert werden", wird versprochen. Individualisierungen seien einfach umzusetzen, die Berichte gewännen an Qualität und der Aufwand für die "Berichtsersteller" werde auf ein Minimum reduziert, heisst es weiter.
 
Lustenberger unsterstreicht dabei noch einmal, dass das Berichts- und Analyse-Werkzeug nicht abhängig von einzelnen Gemeinde-Software-Anbietern sei, auch nicht von denen der beiden Schwesterfirmen. Das Tool könne in jeder Gemeinde-Software zum Einsatz kommen.

Erste Tests seien inzwischen im Kanton Appenzell Ausserrhoden mit 20 Gemeinden abgeschlossen worden. Derzeit stehe man in Vertragsverhandlungen, so Lustenberger weiter. Da es sich um eine Cloud-Lösung handle, gehe es um erheblich geringere Kosten als bei etwa im FiBu-Bereich einer Gemeinde, schiebt er nach. Öffentliche Ausschreibungen seien deshalb nicht nötig.
 
Auf die Frage, warum ein Spezialist aus dem Rohstoffhandel sich nach über 20 Jahren in eine neue Branche wagt, weist Lustenberger auf seine Qualifikationen als Controlling-Experte hin. Business-Analysen, Bewertungen und alle Anforderungen rund um das Berichtswesen seien ihm vertraut.
 
Damit nennt er zugleich die Kernkomponenten, die Axians IKVS anbietet. Das Tool verspricht "Kommunen Kennzahlen zu verschiedensten steuerungsrelevanten Themen – von der Ebene des Gesamtbudgets bis hin zum Einzelprodukt". Da zudem über anonymisierte Vergleichswerte anderer Kommunen ein interkommunaler Vergleich möglich wird, gewinnt das Controlling in den Kommunen an Aussagekraft. (vri)