Intel-CPU-Dürre wird bedrohlich

"Die Knappheit von Intel-Prozessoren könnte uns das vierte Quartal verhageln." Dies sagte uns der Chef eines grossen IT-Dienstleisters vor ein paar Tagen. Grund: Wegen der Knappheit an Intel-Prozessoren der neuesten Generation kämen nun auch sehr grosse Hersteller in Lieferschwierigkeiten. Und das ausgerechnet im vierten Quartal, in dem jeweils die grössten Aufträge abzuwickeln und zu fakturieren sind.
 
Etwas entspannter sieht Ralph Meyer vom IT-Dienstleister Business IT die Lage: "Es gibt bei gewissen CPU-Typen und Modellen tatsächlich seit Oktober Lieferprobleme. HP hat uns nun aber versprochen, gewisse Backlogs (ausstehende Lieferungen) noch vor Ende Jahr zu bereinigen," so Meyer zu inside-channels.ch. Völlig problemlos ist die Situation aber auch für Business IT nicht. Gewisse Lieferungen konnten noch nicht ausgeführt werden.
 
Anders tönte es im Oktober in Barcelona: Die Hersteller der grossen PC-Hersteller HP, Lenovo und Dell sagten dort noch unisono, sie seien von der Chip-Knappheit weniger betroffen, da sie bevorzugt beliefert würden.
 
Deutsche Assemblierer: "Existenzbedrohend"
Dramatischer scheint die Situation in Deutschland auszusehen, wo es noch mehr als in der Schweiz unabhängige, kleinere PC- und Notebookhersteller gibt. Die Preise in der Distribution seien regelrecht explodiert, heisst es in einem Bericht der deutschen 'Computer Reseller News'. Händler, die nicht auf eine entspanntere Marktsituation warten könnten, müssten bis zu 50 Prozent höhere Preise als noch diesen Sommer bezahlen. Besonders hart seien kleine PC-Hersteller betroffen.
 
Selbst grosse Anbieter wie Acer sind von den Lieferengpässen von Intel betroffen. So sagte Acer-Europachef Wilfried Thom zu 'CRN', die CPU-Lieferungen kämen nicht in jedem Monat wie bestellt. Er glaubt, dass die Chip-Dürre noch bis nächsten Sommer anhalten könnte. (hc)