CNAB: Microsoft und Docker bieten Standard für verteilte Applikationen

Microsoft und Docker haben ein gemeinsames Open-Source-Projekt angekündigt, das das Managen von Anwendungen erleichtern soll, die für die Cloud ausgelegt sind. Microsoft hat an der Haus-Konferenz ein so genanntes Cloud Native Application Bundle (CNAB) präsentiert. Mit CNAB könne man verteilte Applikationen paketieren und ausführen durch die Verwendung einer einzigen Paketformatspezifikation. Ein Container mit Containern, wenn wir das simplifiziert richtig beschreiben.
 
CNAB läuft mit jedem Cloud-Dienst "von Azure bis zu On-Prem OpenStack, von Kubernetes bis Swarm und von Ansible bis Terraform", verspricht Microsofts Matt Butcher in einem Blog-Post. Er fügt hinzu: CNAB "ist flexibel genug, um eine Reihe von Plattformanforderungen abdecken zu können, von Marktplätzen bis hin zu internen Pipelines. Es funktioniert sogar mit Internet-of-Things-Netzwerken."
 
CNAB basiert auf Technologien wie JavaScript Object Notation (JSON), Docker-Container und OpenPGP-Verschlüsselung. Dazu kommt ein Tool namens "Duffle", eine Open-Source-Referenzimplementierung eines CNAB-Clients, um Entwicklern den Einstieg in die Spezifikation zu erleichtern. Es habe ein GUI und könne "Bundles" erstellen, signieren und verifizieren.
 
CNAB-Unterstützung werde "in den kommenden Monaten" auch für Docker Enterprise verfügbar sein, verspricht Patrick Chanezon von Docker in einer eigenen Ankündigung.
 
CNAB ist Open-Source und aktuell noch im Experimentierstadium, wie die Beispiel-Implementierung der Docker-App auf Github zeigt. Nun benötigen die Beteiligten wohl eine entsprechende Stiftung, um das Projekt voranzutreiben.
 
An CNAB beteiligt waren laut der Projekt-Website neben Microsoft und Docker auch das Projekt Bitnami und der Cloud-Spezialist Hashicorp. Weitere wollen offenbar nicht genannt werden, weshalb auch immer.
 
Interessant: Laut 'The Information' entstand das Projekt, als Microsoft und Docker merkten, dass sie unabhängig von einander am gleichen arbeiteten. "Dies deutet auf ein Umdenken bei Docker hin, seit der Gründer und frühere CTO Solomon Hykes das Unternehmen Anfang des Jahres verliess", schreibt die Tech-Newsplattform. Noch 2014 habe Docker Google einen Korb gegeben, als die Kubernetes-Entwickler auf Hykes zukamen wegen einer Zusammenarbeit. Letztes Jahr kündigte Docker dann an, man werde Kubernetes unterstützen. (mag)