Hack gegen BRD-Politiker und Industrie: Aus dem Osten nichts Neues?

Laut Digitalverband Bitkom sind in den vergangenen zwei Jahren drei von vier deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen Opfer einer Cyber-Attacke geworden, weitere 22 Prozent vermuten, dass sie betroffen waren. Am zweithäufigsten hat es die Autobauer erwischt, von denen 68 Prozent unter einer Attacke litten, dahinter folgen Maschinen- und Anlagebau (67 Prozent) sowie Hersteller von Kommunikations- und Elektrotechnik (63 Prozent).
 
Insgesamt sei der deutschen Industrie durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage in den vergangenen zwei Jahren ein Gesamtschaden von 43,4 Milliarden Euro zugefügt worden, folgert Bitkom. Der Verband hat rund 500 Geschäftsführer und Security-Verantwortliche befragt.
 
Die Urheber seien dabei häufig im Osten zu suchen: Zwar stammt mehr als ein Drittel der Attacken aus Deutschland selbst, danach folgen aber Russland (24 Prozent), China (18 Prozent) sowie Japan und das übrige Osteuropa (je 17 Prozent). Aus den USA erfolgten noch 15 Prozent der Angriffe.
 
Angriffswelle auf deutsche Parlamentarier
Bekanntlich ist die Ermittlung der Urheberschaft bei Hack-Angriffe nicht ganz einfach. Aber auch im neusten Falle eines Angriffs auf Deutsche Politiker und Bundeswehr wird der Feind im Osten vermutet. Genauer: In Russland.
 
Deutsche Sicherheitsbehörden haben nach einem "Spiegel"-Bericht einen neuen Angriff einer Hackergruppe entdeckt, die einem russischen Geheimdienst zugeordnet werde. Das Nachrichtenmagazin berichtete, angegriffen worden seien die E-Mail-Postfächer mehrerer Bundestagsabgeordneter. Ausserdem sollen die Bundeswehr sowie mehrere Botschaften betroffen gewesen sein.
 
Dem "Spiegel" zufolge bestätigte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) den Angriff und erklärte: "Das BfV hat im Rahmen der Bearbeitung der Cyberangriffskampagne 'Snake' aktuell erneut Angriffe detektieren können. Die Opfer sind schwerpunktmässig den Bereichen Staat und Politik zuzuordnen."
 
Im Fall der Bundestagsabgeordneten wurden dem "Spiegel" zufolge nicht die E-Mail-Konten des Bundestagsnetzes, sondern die der jeweiligen Partei gehackt. Der letzte Angriff sei am 14. November bemerkt worden. "Snake" sei wieder aktiv, bestätigte ein hoher Sicherheitsbeamter dem "Spiegel". Ob und welche Daten abgeflossen seien, werde noch geprüft.
 
"Snake" alias "Turla" hatte -- https://www.inside-it.ch/articles/51991--Anfang des Jahres das Netzwerk der deutschen Regierung über einen längeren Zeitraum angegriffen-- und erfolgreich Daten von Mitarbeitern des Auswärtigen Amts entwendet. Die russische Regierung erklärte damals, hinter dem Angriff auf das Bundestagsnetz steckten keine russischen Hacker. (ts/sda)