Rohde & Schwarz hat einen prominenten neuen Geschäftsführer

Heinz Scholl
Nachdem dem Abgang vom seit 2016 amtierenden Managing Director Christoph Koch im Frühjahr meldet die hiesige Dependance von Rohde & Schwarz, dass man zum 1. Januar wieder einen regulären Geschäftsführer habe. Während Koch im Sommer zu Cisco als "Lead Cyber Security & Defense" wechselte, übernehme mit jetzt Heinz Scholl ein erfahrener Manager "die Geschäfte des Schweizer Handels- und Engineering Unternehmens".
 
Das ist einem Brief an die Kunden zu entnehmen und wurde inzwischen via Pressemitteilung bestätigt. Der seit Mai ad interim als Schweiz-Chef amtierende Pierre-André Rovelli werde künftig als Verkaufsleiter arbeiten.
 
Interessant ist, dass man Neuzugänger Scholl als "Branchengrösse" vorstellt, der (natürlich) den weiteren Wachstumskurs gestalten werde. Denn mit Scholl kommt ein Aviatik-Spezialist zu Rohde & Schwarz, der zuletzt die Business Unit Military Aviation von Ruag Schweiz verantwortete. Scholl dürfte bei seinem künftigen Arbeitgeber also auch ein gewichtiges Wörtchen im Geschäftsbereich "Aerospace and Defense Solutions" mitreden, den der Technologieanbieter neben den Bereichen Broadcast- und Medientechnik sowie Cybersicherheit und Messtechnik adressiert.
 
In der Schweiz hat Scholls Abschied von der Ruag einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das 'Tagblatt' stellt ihn unter dem Titel "Exodus bei der Ruag" als Nummer zwei von Ruag Aviation vor. Er gehöre zu jenem Trio von Ruag-Kadermitgliedern, die mit ihrem Abgang dem im Besitz der Eidgenossenschaft befindliche Unternehmen "einen empfindlichen Aderlass" zufügt haben.
 
Dabei fällt auf, dass Scholl eben nicht zu einem Kampfjet-Anbieter wechselt. Dass haben laut dem Bericht pikanter Weise aber seine beiden Kollegen gemacht. Sie wechseln zu jenen Kampfjet-Anbietern, die der Schweiz bis Ende Januar Offerten für den künftigen Kampfflieger anbieten werden. Aber die Unruhe in der Geschäftsleitung der Ruag komme auch wegen weiterer Baustellen ungelegen: So stehe die Aufspaltung der Ruag an und die 2016 gestarteten Ermittlungen der Bundesanwaltschaft wegen Quersubventionierungen des unprofitablen zivilen Geschäfts seien auch noch nicht abgeschlossen.
 
Rohde & Schwarz hat zuletzt mit der kompletten Übernahme von Lancom von sich Reden gemacht, beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit etwa 11'500 Mitarbeitende und hat zuletzt einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erwirtschaftet. (vri)