Es wird Kritik an Microsofts Beitritt zum OIN-Network laut

Mit einem Beitritt zum Open Invention Network (OIN) wolle Microsoft helfen, die Open-Source-Community vor Angriffen auf Basis von Patentrechten zu schützen. Dies war letzte Woche bekanntgeworden.
 
Ganz harmonisch läuft der Beitritt nicht, auch wenn das OIN und Red Hat den Beitritt begrüssen. Denn Kritik kommt von der Free Software Foundation (FSF). Sie sagt, der Beitritt sei ein Schritt in die richtige Richtung. Und die Stiftung hofft, dass Patenttrolle und andere Auswüchse rund um Open-Source-Produkte ein Ende finden. Als problematisch hingegen ist laut der FSF, dass erstens Software-Patente weiter bestehen und zweitens die Mitgliedschaft im OIN jederzeit gekündigt werden kann und dies mit 30 Tagen Frist.
 
Ebenso wichtige sei, dass das OIN das "Linux-System" durch eine definierte und begrenzte Liste von Paketen umreisst. Insbesondere aktuelle Multimedia-Codes seien weiterhin ungeschützt.
 
Darum stellt die FSF drei Forderungen auf: Erstens die klare Bestätigung, dass alle mit Microsoft verbundene Patentklagen gegen Hersteller von Android-Geräten eingestellt werden. Zweitens müsse die Linux-Systemdefinition auf Multimedia-Pakete erweitert werden. Und drittens sollen Patenteinnahmen in eine Kampagne investiert werden, die Software-Patente vollständig abschaffen sollen.
 
Derselben Meinung ist offenbar der Entwickler Bradley M. Kuhn von der Software Freedom Conservancy. Er sagt, der Streit zwischen Anbietern von Android-Geräten sei hauptsächlich auf der Grundlage von Patenten auf dem Dateisystem "exfat" basiert. Vielfach sei dabei nicht Microsoft selbst öffentlich mit Lizenzforderungen aufgetreten, sondern von Microsoft unterstützte Patentverwerter, schreibt Kuhn. Und dieser Konflikt sei bis anhin nicht gelöst. (mag)