Brazier: Die grössten Chancen und Gefahren für den Channel

Das sind die wichtigsten Voraussagen von Canalys-Gründer Steve Brazier. Nicht alle sind positiv.
 
"Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen," lautet das Bonmot. Trotzdem lohnt es sich, gut hinzuhören, wenn ein Mann wie der Chef des Marktforschers Canalys über die Zukunft spricht. Steve Brazier ist ein genauer Beobachter des weltweiten IT-Geschäfts und das seit vielen Jahren. Hier die wichtigsten Prophezeiungen, die Brazier zum Schluss seiner Keynote am Canalys Channels Forum in Barcelona machte.
 
Der B2B-Arm des Online-Giganten Amazon, Amazon Business, hat sich bereits in fünf europäischen Ländern ausgebreitet. Weitere fünf werden gemäss Brazier dazu kommen. Er warnte hier in Barcelona Hersteller eindringlich, Amazon Business in Sachen Preisen und Marge des Umsatzes willen zu bevorzugen und so den Channel zu zerstören. Und Partner sollten sich hüten, Shop-in-Shops bei Amazon Business zu betreiben.
 
Das IT-Business werde 2019 wesentlich härter als noch 2018. Das Wachstum der meisten Partner werde unter fünf Prozent fallen. Gründe sind der steigende Ölpreis, die Handelskriege und die Lieferengpässe bei Intel. Positiv würden sich die stagnierenden Preise bei Memory und die weiterhin gute Nachfrage auswirken.
 
Apple werde spätestens 2020 die Partnerschaft mit Intel aufkündigen und ganz neue Produkte mit "System-on-a-chip"-Technologie bringen.
 
AMD hingegen werde Marktanteile gewinnen.
 
Die chinesischen Cloud-Anbieter wie Alibaba werden gemäss Brazier massiv in den europäischen Markt eindringen. Der Channel müsse sich entscheiden, ob er mit ihnen zusammenarbeiten will oder nicht.
 
Healthcare-Produkte, zum Beispiel Herzfrequenz-Messungen mit Smart Watches, würden sich rasch entwickeln. Der Markt werde rasch attraktiv.
 
Grosse europäische Serviceprovider werden massiv zukaufen. Denn ihre Börsenkurse sind hoch und Anleihen zudem günstig zu haben. (Christoph Hugenschmidt, Barcelona)