Grossfusion im Lizenz-Markt: SoftwareOne schluckt Comparex

Es entsteht ein Lizenz-Management-Riese. Von Comparex Schweiz heisst es: "Daumen hoch".
 
Der Stanser Lizenzspezialist SoftwareOne schluckt das Leipziger Unternehmen Comparex, das ebenfalls im Bereich Software-Lizenzen und -Nutzungsrechte aktiv ist. SoftwareOne übernimmt Comparex vollständig von der österreichischen Raiffeisen Informatik. Über den Kaufpreis schweigen sich die Unternehmen aus.
 
Comparex verzeichnete letztes Jahr einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro und zählte 2450 Mitarbeiter – lediglich 22 davon sind in der Schweiz tätig. Mit der Übernahme entsteht nun ein globaler Lizenzierungs-Gigant mit rund 5500 Mitarbeiter in 88 Ländern. Nach dem Merger werde man 200 Standorte betreiben und Kunden bei der Verwaltung von Software im Wert von rund zehn Milliarden Euro betreuen, so SoftwareOne in einer Mitteilung.
 
SoftwareOne wird seinen Hauptsitz im Schweizer Stans beibehalten. Die Gründer des Unternehmens bleiben Mehrheitsaktionäre der fusionierten Firma. Comparex CEO Thomas Reich und der Sales-Chef Marc Betgem werden die Firmenleitung von SoftwareOne ergänzen, schreibt die Firma.
 
Wie bei solchen Transaktionen üblich verspricht Neil Lomax, Mitglied des SoftwareOne Executive Management Team: "Gemeinsam werden wir über die Grösse, die geografische Präsenz, das umfassende Portfolio und die umfangreichen Fähigkeiten verfügen, die wir benötigen, um unseren Kunden weltweit eine verbesserte Servicequalität und Stabilität zu bieten".
 
Freude bei Comparex Schweiz
Auch der Schweizer Comparex-Marketing-Manager Ulrich Knauer begrüsst den Merger auf Anfrage von inside-channels.ch: "Daumen hoch, ich sehe nur Vorteile auch aus Schweizer Sicht". Man habe sich bislang den Markt eher aufgeteilt und habe sich weniger stark direkt konkurriert, als man dies vermuten könne. SoftwareOne und Comparex würden sich eher ergänzen. Das neue Unternehmen werde optimal aufgestellt sein, um den Weg vom License-Service-Provider zum Managed-Service-Provider zu schaffen, glaubt der Manager.
 
Über das genaue "Was" und "Wie" der Zusammenarbeit könne man heute noch nichts sagen, das werde wohl noch sechs Monate dauern, so Knauer. Die Fusion muss noch von den regulatorischen Behörden genehmigt werden, der Abschluss wird in der ersten Jahreshälfte 2019 erwartet. (ts)