McKinsey prognostiziert massiv mehr Jobs im Schweizer "Techbereich"

Ein Viertel bis ein Fünftel der heutigen beruflichen Aufgaben könnte hierzulande bis 2030 automatisiert sein. Dies zumindest erklären Forscher des McKinsey Global Institutes in einer aktuellen Studie. Das heisst, dass etwa eine bis 1,2 Millionen Schweizer Arbeitsplätze bedroht sind. Im selben Zeitraum sollen aber 800'000 bis eine Million neuer Jobs geschaffen werden.
 
Etwa die Hälfte der neuen Arbeitsplätze werde in Technologiebereichen (Hard- und Software) sowie deren Implementierung entstehen, so die Studie weiter recht schwammig. Damit kommen die McKinsey-Leute bei leicht abweichenden Zahlen auf ähnliche Schlüsse wie ihre Kollegen von Deloitte oder Fachleute des WEF. Empfiehlt doch auch das Beratungshaus neben einer Beschleunigung der digitalen Transformation insbesondere Umschulung, Weiterbildung und eine Anpassung der Bildungslandschaft.
 
Damit sekundiert man einem jüngst von ICT-Berufsbildung Schweiz veröffentlichten Appell an Firmen und öffentliche Institutionen. Der Verband hatte kürzlich gewarnt, dass der Schweiz bis 2026 rund 40'000 ICT-Fachkräfte fehlen würden und man darauf dringend reagieren müsse. Glaubt man McKinsey, werden bis 2030 in der Schweiz 400'000 Jobs im Technologiebereich (etwas unklar definiert als Hard- und Software sowie deren Implementierung) entstehen – das wären im Schnitt rund 36'000 pro Jahr. Zwar hat ICT-Berufsbildung digitalisierungsbedingte Wachstumseffekte berücksichtigt, aber die massive Zunahme der Jobs, die McKinsey im breiten Feld "Technologie" prognostiziert, dürfte hier ein Ausrufezeichen setzen.
 
Einen durch die Digitalisierung induzierten Produktivitätsschub, den McKinsey ebenfalls orakelt, dürfte nur unter der Bedingung gewährleistet sein, dass die Stellen im Techbereich auch tatsächlich mit Fachkräften besetzt werden können. Neben den Bildungsanstrengungen empfiehlt der Unternehmensberater deshalb auch, die Migration von Fachkräften nicht zu beschränken.
 
Inside-it.ch hat bei McKinsey nachgefragt, was konkret unter dem Techbereich zu fassen ist, in dem das Unternehmen das massive Wachstum vorhersagt. Folgendes hat Jan Mischke, Mitautor der Studie, geantwortet: "Für die Abschätzung des direkt IT-bezogenen Arbeitsplatzwachstums ziehen wir Regressionsmodelle von IT-Ausgaben auf steigende Einkommenniveaus zurate, und nutzen dann Input-Output-Tabellen-basierte Multiplikator-Modelle für die Übersetzung in Jobs. In unserer Abschätzung für die Schweiz bedeutet das circa 200'000 neue IT-bezogene Stellen (die übrigen 200'000 sind indirekte Multiplikatoreffekte entlang der Wertschöpfungsketten), die sowohl im als auch ausserhalb des IT-Sektors aufgebaut werden können."
 
Die komplette Studie (PDF) kann von der Website von McKinsey heruntergeladen werden. (ts)