Was Adnovum nach 30 Jahren ausbrütet

Chris Tanner.
Die Zürcher Softwareschmiede feiert ihr Jubiläum und hofft auf Schub durch ihr Ideenlabor.
 
Feierstimmung an der Röntgenstrasse: Die Zürcher Softwareschmiede Adnovum feuert dieses Jahr ihren 30. Geburtstag. Seit der Gründung 1988 hat sich einiges getan, wie CEO Chris Tanner an einem Gespräch mit Pressevertretern erläuterte. Die Zahl der Mitarbeitenden ist Jahr für Jahr um durchschnittlich 18 Prozent gewachsen. Gegenwärtig zählt man bereits rund 600 Angestellte. Und Adnovum wird immer internationaler.
 
Bereits 2004 gründeten die Zürcher einen Nearshore Entwicklungsstandort in Budapest, der mittlerweile auf rund 140 Mitarbeitende angewachsen ist. 2010 wurde eine Niederlassung in Singapur gegründet, welche dort Kunden vor Ort betreut. 2014 kam eine Niederlassung in Vietnam hinzu, die ihrerseits hauptsächlich als Nearshore-Entwicklungsstandort für Singapur dient. Letztes Jahr folgte ein weiterer Nearshore-Standort für Europa in Lissabon. Dies, so Tanner, weil es Sinn mache, im "War for Talents" nicht nur einen, sondern zwei Talentpools anzuzapfen.
 
Was plant Adnovum nun gegenwärtig, um weiterhin wachsen zu können? Laut Tanner stehen insbesondere weitere Investitionen in die Nevis Security Suite an. Nevis ist weiterhin die einzige Standardsoftware, welche die ansonsten als reiner Custom-Softwareanbieter agierende Firma verkauft. Während der Umsatz im klassischen Entwicklungs-Geschäft eng mit der Zahl der Mitarbeitenden korreliert, kann man mit Nevis skalieren. Dies verspricht Umsatzwachstum, auch wenn es einmal schwierig ist, genügend neue Leute zu finden.
Zu Nevis kann Adnovum übrigens gerade einen kleinen Erfolg melden: Die Versicherung Helvetia, schon seit längerem Nevis-Anwender, will dieses Jahr zusätzlich auch die neue Administrationsplattform der Security Suite einfürhren.
 
Neues Business durch Incubator
Grosse Hoffnungen setzt Adnovum zudem auf den Adnovum Incubator. Diese von Matthias Loepfe geleitete Ideenschmiede soll die Möglichkeiten ausloten, wie Adnovum aus neuen Technologien Kapital schlagen kann. Matthias Loepfe ist übrigens einer der Unternehmensgründer und war seines Zeichens der erste Vollzeitangestellte.
 
Für konkrete Innovationsprojekte kooperiert der Adnovum Incubator mit Hochschulen, Forschungslabors und anderen Partnern. Der Fokus des Incubators liegt gegenwärtig auf Ideen in den Bereichen Internet of Things, Collaborative Knowledge Management, Big Data und Machine Learning sowie Blockchain-Technologien.
 
Ein Beispiel für ein Projekt aus dem Bereich Blockchain, über das wir bereits ausführlich berichtet haben, ist "Cardossier.ch". (Hans Jörg Maron)