T-Systems holt V-Zug-Deal

Stefan Züger
Mehr als nur als nur klassisches Outsourcing.
 
"Wir freuen uns wie verrückt." Stefan Züger, seit ziemlich genau einem Jahr Verkaufsleiter bei T-Systems Schweiz, hat allen Grund zur Freude. V-Zug lagert die gesamte Basis-IT-Infastruktur zu T-Systems aus.
 
Über das Volumen des Deals wollten weder Stefan Züger, noch V-Zug-CIO Michael Fell Auskunft geben. Fell sagte immerhin in einem Telefongespräch mit inside-it.ch, dass der Vertrag über sechs Jahre laufe. Züger: "V-Zug ist ein Leuchtturm der Schweizer Industrie und steht für Qualität. Dass wir den Auftrag gewinnen konnten ist auch ein Signal an unsere Mitarbeitenden."
 
Seit rund eineinhalb Jahren ist bei T-Systems Schweiz ein neues Management am Ruder. Schweiz-Chef Stefano Camuso sagte unlängst im Exklusiv-Interview mit inside-channels.ch, es gebe durchaus noch klassische Outsourcing-Projekte. Mit dem V-Zug-Deal hat er nun den Beweis erbracht. Fünf Mitarbeitende von V-Zug werden im Rahmen des Deals von T-Systems übernommen.
 
Wichtiger für T-Systems Schweiz dürfte aber sein, dass es gemäss Fell nicht um einen reinen, klassischen Outsourcing-Deal geht, bei dem der Kunde versucht, seine Probleme auszulagern und Kosten zu senken. "Es geht mehr als um den Betrieb der Basis-Infrastruktur. Wir suchten einen Lösungspartner. Unser Fokus liegt auf Qualität und die massive Erhöhung der Leistungsqualität", so Fell zu inside-it.ch.
 
Die Partnerschaft mit T-Systems erlaube Co-Creation über die Grenzen von V-Zug hinaus, so Fell. T-Systems habe beispielsweise Know-how im Umfeld von Smart Home. Ein Thema das V-Zug als Hersteller von Haushaltsgeräten ganz nahe steht.
 
"Es war ein Team-Entscheid"
Da sich V-Zug für den ehemaligen Arbeitgeber des IT-Leiters als Outsourcing-Dienstleister entschieden hat, liegt der Verdacht nahe, der Deal sei ein "Beziehungsdelikt". Fell: "Dass ich früher für T-Systems gearbeitet habe, war in der Evaluation tatsächlich ein Thema." Der Entscheid für T-Systems sei aber ein Team-Entscheid und alle Schritte dahin strukturiert und nachvollziehbar dokumentiert.
 
Der Entscheid zum Outsourcing ist übrigens schon 2016 gefallen, als Fell noch nicht Informatik-Verantwortlicher bei V-Zug war. Er hat das Evaluationsprojekt aber im April 2017 neu gestartet und mit Navisco einen anderen externen Sourcing-Berater an Bord geholt. (Christoph Hugenschmidt)