Oracles Steuermann in die Cloud verlässt das Schiff

Rechtzeitig zum Monatsende verkündet Oracle, dass Thomas Kurian, Oracle-Präsident für Produktentwicklung und seit 22 Jahren beim Unternehmen, zurückgetreten ist. Er wolle "andere Möglichkeiten verfolgen", so Oracle in einer Mitteilung an die Securities and Exchange Commission. Die Nachricht kommt drei Wochen, nachdem Oracle bekannt gegeben hat, Kurian lege einen "Urlaub" ein, aber werde voraussichtlich zurückkehren.
 
Kurian war für die Umlagerung vom traditionellen Software-Geschäft in die Cloud verantwortlich, leitete laut seinem LinkedIn-Profil 35'000 Mitarbeiter und rapportierte direkt an Larry Ellison. Diese fällt dem Konzern anscheinend schwer, aber das sei nicht der Grund für den Abgang, so die US-Tech-Website 'The Information': Kurian wollte angeblich mehr Oracle-Applikationen über konkurrierende Cloud-Anbieter verkaufen. Dieser Plan sei aber auf Widerstand bei Oracle-Gründer und CTO Larry Ellison gestossen. Diese Anekdote mag wahr sein, so 'The Information', "aber es scheint wahrscheinlich, dass viel mehr dahintersteckt".
 
Derselben Meinung ist auch 'The Register' mit Verweis auf die weniger transparente Offenlegung von Cloud-Business-Zahlen bei Oracle und eine Anleger-Klage deswegen. (mag)