Abraxas: "Ich bin auch ein Software-Hersteller"

Wie geht es der Schweizer Software-Industrie? Ein Blick in die "Top 500" von 'Computerworld' brachte ein erstaunliches Ergebnis. Viele kleine Standard-Software-Hersteller stagnieren oder wachsen nur langsam.
 
Nicht aufgeführt haben wir einen der wichtigsten Player der Schweizer Software-Branche: Abraxas. Der auf den Public-Markt spezialisierte IT-Dienstleister setzte letztes Jahr (ohne VRSG) rund 115 Millionen Franken um. Der Umsatz mit Standard-Software betrug rund 45 Millionen Franken, so Abraxas-CEO Reto Gutmann (Foto) zu inside-channels.ch. Damit ist Abraxas als Software-Hersteller etwa so gross wie der Badener CRM-Player BSI und läge auf unserer Liste etwa auf Platz 12.
 
Abraxas stellt eine ganze Reihe von Lösungen für Behörden her. Bekannt sind etwa die Justiz-Lösung Juris, die Epsipol-Software-Familie für Polizeien, die Steuerlösungen oder die Strassenverkehrsamtlösung Cari, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit der Übernahme von VRSG kam ein ganzer Zoo von teilweise selbst entwickelten Gemeindelösungen dazu. Abraxas ist damit der Anbieter mit dem breitesten Sortiment behördenspezifischer Software.
 
"Das breite Portfolio ist unsere Stärke", so Gutmann. Auf dieser baut die Strategie auf. Software wird innerhalb von Abraxas an Gewicht gewinnen. "Wir wollen unsere Software-Kompetenz ausbauen", sagt Gutmann.
 
Die Wachstums-Strategie im Software-Geschäft
Software wird innerhalb von Abraxas an Gewicht gewinnen. "Das breite Lösungsportfolio ist unsere Stärke. Wir wollen unsere Software-Kompetenz ausbauen und uns damit nachhaltig differenzieren", sagt Gutmann. Wachsen will Abraxas einerseits vertikal. Man will also zusätzliche Lösungen zu bestehenden Software-Paketen entwickeln. Ein Beispiel ist die Bussen-App, die Abraxas für den Kanton Basel entwickelt hat. Damit können Polizisten Parkbussen erfassen und der sündige Bürger kann sie über QR-Code online gleich bezahlen.
 
Abraxas will zweitens auch "horizontal" wachsen. Die bestehenden Lösungen sollen verknüpft werden und den Behörden damit durchgängigere Prozesse ermöglichen.
 
Off- oder Nearshore-Entwicklung kein Tabu
Findet Abraxas die nötigen, überall so begehrten Entwickler, um das Software-Geschäft auszubauen? Offshore-Entwicklung ist bei Abraxas offenbar kein Tabu. Gutmann: "Die Domänenkompetenz wird bei uns in der Schweiz bleiben. Und wir wollen unsere Engineering-Kapazität ausbauen, auch mit Partnern im Ausland." (hc)