Burnouts im Tech-Sektor: Warum?

Stressbedinge Depressionen, im Jargon Burnout benannt, sind schon seit Jahrzehnten ein bekanntes Phänomen in der Arbeitswelt im Allgemeinen und möglicherweise – konkrete Zahlen dazu haben wir allerdings nicht gefunden – insbesondere in der ICT-Branche.
 
Obwohl es in all den Jahren auch viele Ratschläge regnete, wie Burnouts verhindert werden könnten, zum Beispiel, um nur einen zu nennen, durch eine ausgeglichenere Aufteilung von Arbeitslast und Privatleben, scheint sich die Situation nie verbessert zu haben. In Deutschland ist beispielsweise laut den Bundesgesundheitsministerium die Zahl der Burn-out-bedingten Absenztage zwischen 2012 und 2016 um mehr als 50 Prozent (!) gestiegen. (Zur Lage in der Schweiz haben wir keine entsprechende neuere Statistik gefunden).
 
In den USA haben die Macher der App Blind versucht, durch eine Umfrage unter Usern, auf die wir via 't3n' gestossen sind, herauszufinden, was diese als Hauptursache für Burn-Outs benennen. Blind ist eine Chat-App für Angestellte, auf der sich diese anonym austauschen können. Sie wird hauptsächlich in der Tech-Industrie verwendet.
 
Die Umfrage ist sicher nicht repräsentativ, kann aber zumindest ein Schlaglicht darauf werfen, was Angestellte als die schlimmsten Burnout-Faktoren wahrnehmen. Fünf mögliche wurden den Usern vorgegeben. Für "schlechte Führung und unklare Vorgaben" entschieden sich 22,9 Prozent der rund 9000 Umfrageteilnehmer. Für 19,4 Prozent ist Arbeitsüberlastung der entscheidende Faktor, 17,4 Prozent nannten ein vergiftetes Betriebsklima, 15,4 Prozent nannten zu wenig Kontrolle über die Karriere und das eigene Vorankommen und 12,4 Prozent zu tiefe Löhne.
 
Es gab also eine Abstufung zwischen den vorgegebenen Faktoren, ein klarer Spitzenreiter als Burnout-Grund hat sich aber nicht herauskristallisiert.
 
Nur 9,7 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Betrieb keine Burn-Out-Treiber gebe. (hjm)