Der neue QR-Einzahlungsschein verzögert sich

Derzeit läuft ein Konsultationsverfahren zu den neuen Spezifikationen der QR-Rechnung. Ab 2020 soll sie zur Verfügung stehen, so der neue Zeitplan.
 
Der klassische Einzahlungsschein ist kein Kind der Digitalisierung und so ist schon länger geplant, diesen durch eine neue Version mit integriertem QR-Code zu ersetzen. Bereits 2012 waren "Arbeitsskizzen" vorgestellt worden, die dann aber letztes Jahr durch neue Spezifikationen ergänzt und revidiert wurden. Die Roadmap sah bis anhin vor, dass die neuen QR-Rechnungen 2019 ausgerollt werden.
 
Aus einer Grafik auf PaymentStandards.ch geht nun aber hervor, dass sich die Lancierung um rund ein Jahr verzögert. Laut dem Kommunikationsorgan des Schweizer Finanzplatzes zur Standardisierung und Harmonisierung des Zahlungsverkehrs soll die QR-Rechnung ab Mitte 2020 zum Einsatz kommen. Konkret geht man nun davon aus, dass die ersten QR-Rechnungen ab 30. Juni 2020 genutzt werden können, erklärt Jürg Schneider von Media Relations bei Six auf Anfrage von inside-it.ch.
 
Als Grund für die Verzögerung wird ein Konsultationsverfahren genannt, das noch bis zum 23. September läuft. Wie der Grafik (siehe unten) zu entnehmen ist, werden in dessen Rahmen Rückmeldungen des Finanzplatzes Schweiz zu acht Punkten eingeholt. Darunter etwa zu einer möglichen Perforationspflicht für papierbasierte Zahlungen sowie zu integrierten Informationen und dem Abwicklungsprozess der neuen Rechnung.
 
Auf die Frage, warum man nun zu einem Konsultationsverfahren gegriffen habe, erklärt Schneider: "Der Finanzplatz will die bisherigen Erfahrungen und Marktrückmeldungen in die nächste Phase zur Ausgestaltung der QR-Rechnung einbringen und hat deshalb entschieden, ein öffentliches
Konsultationsverfahren durchzuführen. Damit wird sichergestellt, dass sich die Marktteilnehmer gleichermassen einbringen können." Aufgrund der rasenden digitalen Entwicklung habe man vor zwei Jahren die neuen Spezifikationen vorgestellt und wolle nun von den Stakeholdern die Meinung dazu einholen.
 
Pro Jahr werden 800 Millionen Einzahlungsscheine von Firmen- und Privatkunden zur Zahlung genutzt, entsprechend wichtig ist die Umsetzung. Weil man eine langfristig nutzbare Lösung anstrebe, habe man nun das Konsultationsverfahren gewählt, so Schneider. Und damit natürlich auch die Verzögerung des Launch-Termins. (ts)