Wie Paranor in der Nach-Postfinance-Ära durchstarten will

Die Berner mussten nach 20 Jahren den grössten Kunden ersetzen und sich neu erfinden.
 
Die Kernbanken-Lösung Paranor ist seit Ostern Geschichte bei Postfinance. Allerdings hatte die inzwischen vierzig Jahre alte Software-Schmiede Paranor aus Bern seit 2011 Zeit, sich auf diese Post-Postfinance-Zeit einzustellen.
 
Und das hat man offensichtlich auch getan. Heute heisst es in einer Mitteilung, man habe mit der Agentur Dachcom eine Neupositionierung vorgenommen und den Gesamtauftritt des Unternehmens neu entwickelt.
 
Dabei handelt es sich aber nicht nur um ein frisches Outfit, wie Adrian Kiener erklärt, der zur Geschäftsleitung gehört, als Strategiechef amtet und verantwortlich ist für den Verkauf und das Marketing. In einem Telefonat mit inside-channels.ch führt er aus, dass 20 Jahre lang Postfinance der dominierende Kunde des heute rund 40-köpfigen Unternehmens gewesen sei. Tempi passati.
 
Man habe den Kundenstamm in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut. Heute arbeite man zwar immer noch in einzelnen Bereichen für Postfinance. Allerdings auch für Avaloq und Finnova. Ausserdem sei man beim Bund und der SBB engagiert.
 
Insgesamt sei die Kundenbasis stark erweitert worden, so Kiener weiter. Man verfüge für Entwicklungs- und Testing-Aufgaben über eine Filiale auf den Philippinen und entwickle auf Java-Basis Business-Applikationen.
 
Zudem sei man Partner von Red Hat und engagiere sich aktiv in der Open-Source-Community. Für Integrationsprojekte baue man Piloten beispielsweise im Bereich Augmented Reality und unterstütze Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation.
 
Wenig geändert hat sich an den Besitzverhältnissen. Max Räz, Mitgründer und alleiniger Besitzer des Software-Hauses hatte zwar schon 2014 seine Nachfolge angekündigt. Doch soweit ist es noch nicht. Räz ist heute jedoch nicht mehr operativ tätig, sagt Kiener.
 
Wie es scheint, hat Paranor das Klumpenrisiko Postfinance erfolgreich überwinden können. Laut Kiener werde man sich im nächsten Jahr wieder dem Ausbau widmen: "Ab 2019 wollen wir wieder wachsen". (vri)