Auslandschweizer wollen E-Voting bis 2021

Am diesjährigen Kongress der Auslandschweizer-Organisation (ASO) in Visp hat der 140-köpfige Auslandschweizerrat (ASR) eine Online-Petition lanciert. Darin wird gefordert, dass alle Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer bis 2021 elektronisch an Urnengängen in der Schweiz teilnehmen können.
 
Die ASO will 10'000 Unterschriften sammeln und sie Ende November bei der Bundeskanzlei einreichen. Ausgelöst worden sei die Bittschrift durch "kritische Stimmen gegen E-Voting", heisst es in einer Mitteilung.
 
Die Einführung von E-Voting ist seit Jahren ein Anliegen der Fünften Schweiz. "In der Praxis ist es oft die einzige Möglichkeit für uns, unsere politischen Rechte auszuüben, da die Wahlunterlagen zu spät in unserem Briefkasten ankommen", liess sich das in Südafrika lebende ASR-Mitglied Hans-Georg Bosch im Communiqué zitieren.
 
Am 4. März 2018 waren 172'100 stimmwillige Auslandschweizerinnen und - Schweizerinnen registriert. Das entspreche der Wählerschaft im Kanton Thurgau, so die ASO. Die Eintragung ist Voraussetzung, um bei Vorlagen des Bundes und bei den Nationalratswahlen mitzureden. Gemäss Webseite des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zählte die fünfte Schweiz 2017 rund 752'000 Köpfe. Gemessen an der Einwohnerzahl würden sie den viertgrössten Kanton der Schweiz bilden; nur Zürich, Bern und Waadt haben mehr Einwohner. (sda/vri)