Oracle macht Transaktionsprozesse in Datenbanken autonom

Im Oktober 2017 hat Oracle-Chef Larry Ellison angekündigt, dass es eine autonome Datenbank aus der Cloud geben werde. Ellison pries die Oracle Database 18c damals als die weltweit erste ihrer Art an. Mittels Machine Learning und künstlicher Intelligenz werde sie es ermöglichen, menschliche Fehler zu eliminieren und mehr Sicherheit und Leistung zu bringen. Das Argument: "Automatisierung erledigt alles."
 
Jetzt ist es soweit und der ATP-Datenbankservice (Autonomous Transaction Processing) ist ab sofort verfügbar. Laut Mitteilung handelt es sich um einen wichtigen Meilenstein in Oracles Strategie für autonome IT-Infrastrukturen und Services. Adressiert werden auch anspruchsvollste Anwendungen in den Bereichen Handel, Finanzen, Kommunikation, Produktion und Verwaltung.
 
Denn diese Anwendungen erfordern eine komplexe Kombination von High-Performance-Transaktionsprozessen, Real-Time-Reportings, parallelen Batch-Läufen und umfangreichen Analysen. Statt sie wie bisher der Obhut von Datenbankadministratoren anzuvertrauen, verspricht Oracle das Tuning und den Betrieb unternehmenskritischer Transaktionsdatenbanken automatisieren zu können. Und somit der Fehleranfälligkeit von Menschen zu entziehen.
 
"Kurz gesagt sind mit ATP problematische Aufgaben automatisiert worden", zitiert der Gigant Carl Olofson, Vice President bei IDC für die Data-Management-Software-Forschung.
 
Man brauche keine Experten mehr, um die komplexen Hardware- und Software-Stacks von Datenbanksystemen individuell zu erstellen und manuell zu verwalten. Vielmehr nutze nun der ATP-Datenbankenservice Machine Lernen, um die komplette Verwaltung - Steuerung, Optimierung, Sicherung und Reparatur zu automatisieren. Wobei Oracle auch volle Cloud-Skalierbarkeit und -Elastizität verspricht. Da solche autonomen Datenbanken schnell zu erstellen und bestehende Datenbanken einfach zu konvertieren seien, reduziere das massiv den Aufwand an Kosten und Zeit, preist man den Cloud-Service an.
 
Die Automatisierung des Datenbank- und Infrastruktur-Betriebs senke die administrativen Kosten um bis zu 80 Prozent. Die sich selbst optimierende Datenbank in Verbindung mit dem flexiblen Kostenmodell reduziere die Laufzeitkosten um bis zu 90 Prozent.
 
Weiter würden automatische Sicherheitsupdates ohne Downtime die Angriffsmöglichkeiten für Cyber-Attacken minimieren. Der jetzt mögliche Schutz vor System- und RZ-Ausfällen oder Benutzerfehlern bringe eine Verfügbarkeit von mindestens 99,995 Prozent. Damit reduziere sich die maximale Ausfallzeit auf weniger als 2,5 Minuten pro Monat und das inklusive der Wartung (planned Downtimes).
 
Weiter verspricht Oracle, dass ergänzend zum eigenen Autonomous Database Warehouse Service der ATP-Service in einer einzigen Datenbank eine komplexe Kombination aus anspruchsvollen Transaktionen, Reporting, Batch und Machine Learning unterstütze. Damit solle die Entwicklung und der Einsatz von Anwendungen deutlich erleichtert werden. Ausserdem würden Echtzeitanalysen, Personalisierung und Betrugserkennung direkt auf den aktuellen Transaktionsdaten ermöglicht. (vri)