Zahl der KMU-Übernahmen und -Fusionen steigt

Bereits seit einigen Jahren erstellt der Unternehmensberater Deloitte eine Statistik zur Zahl der Übernahmen und Fusionen (M&E) von Schweizer KMU. Im ersten Halbjahr, so eine Mitteilung, habe es eine starke Zunahme gegeben und die Verkäufe ins Ausland seien auf ein Rekordniveau angewachsen. Zwischen Januar und Juni 2018 gingen 40 Schweizer KMU in ausländischen Besitz über, 38 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
 
Im gleichen Zeitraum kauften 31 Schweizer KMU im Ausland zu und 29 im Inland. Damit haben weniger Schweizer KMU als im Vorjahr eine Firma übernommen. Von Deloitte berücksichtigt wurden Transaktionen von Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, einem Umsatz von mehr als zehn Millionen Franken und einem Börsenwert zwischen fünf und 500 Millionen Franken.
 
Der Anstieg der Verkäufe ins Ausland sei ein Zeichen für die Attraktivität der Schweizer KMU. Viele davon hätten sich in Nischenmärkten einen Namen erarbeitet und sich international gut vernetzt. Ausserdem seien die Preise mit der Abschwächung des Frankens etwas erschwinglicher geworden, erklärt Jean-François Lagassé, Partner Financial Advisory bei Deloitte Schweiz.
 
Die grösste Zahl an Transaktionen wurde im Industriesektor verzeichnet, dahinter folgen Dienstleistungen und Konsumgüter. Auffällig viele Unternehmen aus Technologie, Medien und Telekommunikation wechselten laut Deloitte den Besitzer. Acht KMU aus diesem Bereich wurden ins Ausland verkauft und drei fanden einen neuen Besitzer aus der Schweiz. Neue Technologien und die Digitalisierung würden Produktivität und Wachstum fördern. Unternehmen, die dieses Potenzial nutzen wollen, würden in der Schweiz oftmals passende Kandidaten finden. "Dies erstaunt wenig, hat die Schweiz doch Hochschulen von Weltrang, die regelmässig spannende Startups und Spinoffs hervorbringen", schliesst Lagassé. (kjo)