Schweizer ICT-Branche rechnet mit langsamerem Wachstum

Der Gesamtindex berücksichtigt die Segmente IT-Technology, IT-Services, Software und Consulting. Quelle: Swico ICT Index
Für zwei Bereiche ist nebst Investitionskosten und DSGVO auch die Kundenbindung eine grosse Herausforderung.
 
Die ICT-Branche in der Schweiz sei auch für das dritte Quartal 2018 positiv gestimmt, teilt Swico mit. Bis auf den Bereich IT-Services rechnen alle vier Segmente laut Verband mit einem rentableren Wachstum – die drei weiteren sind Software, Consulting und IT-Technology.
 
Allerdings konnte der sehr hohe Wert vom letzten Quartal nicht gehalten werden, die Branche ist etwas weniger zuversichtlich. Der Swico ICT Index für das dritte Quartal 2018 ist um 4,8 Punkte gefallen, verbleibt aber mit 114,9 Punkten klar oberhalb der Wachstumsschwelle. Der Index misst die Erwartungen der befragten Verbands-Mitglieder bezüglich Auftragslage, Beschäftigung, Business Performance und Dynamik.
 
Grund für den Rückgang sind sinkende Indizes in allen Segmenten der ICT-Branche. Besonders ins Auge sticht dabei der Bereich IT-Services. Hier sank der Index um ganze zehn Punkte und deutet auf ein unrentables Wachstum hin, dies nachdem der Bereich im Vorquartal um 3,8 Indexpunkte zugelegt hatte.
 
Herausforderungen Kundenakquise und Kundenbindung
Generell erwarte die Schweizer ICT-Branche eine gute Entwicklung: Sales Pipeline, Auftragseingang und der Wert des Auftragsbestandes sollen in allen Segmenten der ICT-Branche wachsen, teilt Swico mit.
 
Die Branche befürchtet aber auch steigende Betriebs- und Investitionskosten. Zudem beschäftigt den Wirtschaftszweig neben dem Mangel an ICT-Spezialisten und der Personalrekrutierung vor allem das neue europäische Datenschutzgesetz.
 
Die Segmente Software und IT-Services sehen sich bei der Kundenakquise und der Kundenbindung gefordert. Die Befragten aus dem Bereich IT-Technology erwarten Preisdruck, während für die Consultants die Sicherstellung von Flexibilität hinsichtlich Technologien, Kundenprojekten und Weiterbildung Herausforderungen darstellen.
 
Schlecht wird die Gesamtsituation nach wie vor in den zwei Bereichen Consumer Electronics und Imaging / Finishing / Printing eingeschätzt. Die Anbieter sehen die Entwicklung der Auftragslage, der Margen und der Umsätze pessimistisch, wie Swico schreibt.
 
Weniger Lehrlinge
In Sachen Personalbestand rechnen die von Swico befragten Mitglieder mit mehr Neueinstellungen und freien Stellen. Allerdings dürfte der Bestand an Lehrlingen und Praktikanten mit Ausnahme des Bereichs IT-Services einen leichten Rückgang verzeichnen. Die grösste Herausforderung in der nahen Zukunft sehen alle ICT-Segmente im Fachkräfte-Mangel.
 
Die Umfrage widerspiegelt nicht direkt Umsätze oder Verkaufszahlen, sondern die Erwartungen für das kommende Quartal. Die rund 500 befragten Swico-Mitglieder beschäftigen den Angaben nach rund 56'000 Mitarbeitende und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 40 Milliarden Franken. (ts/sda)