Warnstreiks bei T-Systems in Deutschland

Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat am Mittwoch und Donnerstag zu Warnstreiks aufgerufen, an denen sich rund 1400 T-Systems-Beschäftigte beteiligten. Die Streiks hätten Wirkung gezeigt, so eine Mitteilung der Gewerkschaft, denn der Arbeitgeber habe gestern die Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen am 12. Juli angeboten. "Damit haben wir ein Zwischenziel erreicht. Jetzt kommt es darauf an, dass der Arbeitgeber auch inhaltlich auf die Beschäftigten zugeht", sagt Verdi-Verhandlungführer Michael Jäkel.
 
Die Tarifverhandlungen sind im April begonnen worden. Die Gewerkschaft fordert für die rund 11'000 tarifgebundenen Beschäftigten eine Lohnhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Verhandlungen waren ins Stocken geraten.
 
Die Gewerkschaft bekräftigte am Mittwoch ausserdem ihre "vehemente" Ablehnung der Neuausrichtungspläne für T-Systems. Diese würden einen Kahlschlag bei den Standorten und einen massiven Stellenabbau bedeuten. Weltweit sollen bei T-Systems 10'500 Stellen wegfallen, davon allein in Deutschland 6000. Die Unsicherheit bei den Beschäftigten sei gross, zumal aus der Firmenzentrale bisher keine Aussagen zu den einzelnen Standorten getroffen worden seien, berichtet die deutsche Tageszeitung 'In Franken' vom Streik am Standort Bamberg. (kjo)