Massenentlassung bei T-Systems (Update)

Über die nächsten drei Jahre soll jede vierte (!) Stelle gestrichen werden.
 
Die Telekom-Tochter T-Systems will bis 2020 rund 6000 Stellen allein in Deutschland streichen – weltweit sollen es 10'000 sein. Das sind mehr als ein Viertel der aktuell vorhandenen Stellen. Der Stellenabbau solle in drei Phasen erfolgen und noch in diesem Jahr beginnen, sagte ein Sprecher. Das habe T-Systems-Chef Adel Al-Saleh gerade auf einer Mitarbeiterversammlung in Bonn bekannt gegeben. Zuvor hatte das 'Handelsblatt' bereits darüber berichtet.
 
Diese Nachricht erreichte uns kurz vor Redaktionsschluss. Wir haben versucht, T-Systems Schweiz kurzfristig mit der Frage zu kontaktieren, ob auch ein Stellenabbau bei der Schweizer Niederlassung des IT-Dienstleistungskonzerns bevorsteht, erhielten aber bis Redaktionsschluss noch keine Rückmeldung.
 
In Deutschland sollen auf Management- und Verwaltungsebene zunächst 2000 Arbeitsplätze eingespart werden. Weitere 2000 Stellen würden von dort an andere Standorte wie Indien und die Slowakei verlagert, die übrigen betroffenen Arbeitsplätze in Deutschland sollen durch Automatisierungs- und Digitalisierungsprozesse wegfallen.
 
Insgesamt will der Konzern unter anderem mit den Stellenstreichungen 600 Millionen Euro einsparen. Einen Grossteil davon wolle das Unternehmen in Wachstumsfelder wie Cloud-Dienste und IT-Sicherheit investieren, sagte der Sprecher.
 
T-Systems hat weltweit derzeit rund 37'000 Mitarbeiter, in Deutschland arbeiteten bislang 18'000 Menschen. Al Saleh kündigte den Mitarbeitern laut Sprecher an, dass langfristig global etwas mehr als 30'000 Menschen für das Unternehmen tätig sein sollen.
 
Unter dem neuen Chef Al Saleh steckt T-Systems derzeit im Umbruch. Das Unternehmen muss sich auf veränderte Grosskundenwünsche einstellen: Al Saleh will das Unternehmen schnell als führender Anbieter von digitalen Lösungen neu aufstellen. (hjm / sda)
 
Update 21.6.2018 Unterdessen konnten wir mit Stefano Camuso, Managing Director von T-Systems Schweiz sprechen. Wie es mit T-Systems in der Schweiz weitergeht, lesen Sie hier.