Snapchat öffnet Schnittstellen und betont den Datenschutz

Der unter Druck geratene Chat- und Foto-Dienst Snapchat hat seine Developer-Plattform SnapKit vorgestellt, die vier APIs umfasst.
 
So soll es möglich sein, bei anderen Apps und Diensten das Snapchat-Login zu nutzen. Zudem könnten App-Entwickler eigene Elemente wie Sticker oder Filter direkt in die Snapchat-Kamera integrieren. So können Beiträge aus Anwendungen bei Snapchat veröffentlicht werden. Aus einer App für Restaurant-Reservierungen sollen so beispielsweise Einladungen direkt über Snapchat verschickt werden können.
 
Dank einer weiteren Schnittstelle können die Snapchat-Sticker nun auch in anderen Apps verwendet werden, als Beispiel wird Tinder genannt. Mit dem vierten SnapKit-Baustein schliesslich sollen öffentlich gepostete Snapchat-Stories in andere Websites eingebettet werden können. Apps werden zudem in der Lage sein, solche Stories unter anderem nach Zeit, Ort und Bildunterschriften zu durchsuchen.
 
Snapchat werde alle Entwickler, die die SnapKit-Plattform nutzen wollen, überprüfen, erklärte der zuständige Manager Jacob Andreou. Ohnehin betont das Unternehmen die Wichtigkeit von Privatsphäre und Datenschutz: So erhielten Anbieter, die das Snapchat-Login nutzen wollen, nur Zugriff auf den Snapchat-Namen und das "Bitmoji"-Cartoon-Profilbild des Nutzers, verspricht das Social-Media-Unternehmen. Damit will sich Snap von ähnlichen Plattformen wie etwa Facebook abgrenzen. Der Social-Media-Gigant war wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica in die Schlagzeilen geraten.
 
Das zunächst schnelle Wachstum von Snapchat stockt, seit Facebook die "Stories"-Funktion, bei der Inhalte für einen Tag veröffentlicht werden, bei seinem Fotodienst Instagram kopierte. Das setzt auch die Aktie der Betreiberfirma Snap unter Druck. (ts/sda)