OneOffixx: Viel Optimismus im Thurgau

Jürg Geiser, Elmar Barzen, Leiter OneOffixx München und Hansjörg Brugger, Leiter Sevitec Schweiz (v.l.n.r.)
Neuer Geschäftsführer für die Thurgauer Software-Schmiede Sevitec. Jürg Geiser will als VRP die Expansion in Deutschland vorantreiben.
 
Jürg Geiser, bisher Geschäftsführer der Thurgauer Software-Firma Sevitec und der Münchner OneOffixx GmbH, zieht sich in den Verwaltungsrat der Dachgesellschaft PrimeGroup zurück. Sevitec stellt die Vorlagen-Management-Lösung OneOffixx her. Sein Nachfolger als Geschäftsführer von Sevitec wird Hansjörg Brugger. Elmar Barzen übernimmt die operative Geschäftsführung der Münchner OneOffixx Gmbh. Der bisherige Entwicklungsleiter Ralph Kirchner, der Sevitec 1999 mit Geiser zusammen gegründet hat und Marketing-Leiterin Isabelle Denzler werden das Unternehmen verlassen.
 
Was wie eine Nachfolgeregelung aussieht, ist eine Expansionsstory. Er wolle viel Energie in den Aufbau des Business in Deutschland stecken, so Geiser in einem Telefongespräch mit inside-channels.ch. Geiser hat sich ein unschweizerisch ehrgeiziges Ziel gesetzt: Er will mit OneOffixx Marktführer im deutschsprachigen Raum werden. Bei der Münchner Niederlassung sind aktuell erst zwei Mitarbeitende tätig. Weitere werden gesucht. Der Markt für IT-Professionals sei in München fast noch ausgetrockneter als in Zürich, so Geiser. Einige Erfolge gibt es schon: So konnte OneOffixx den Flughafen Stuttgart und den Regierungsbezirk Niederbayern als Kunden gewinnen. In der Schweiz ist die Kundenliste viel grösser. So setzen gemäss Geiser der Kanton Zürich, die Rega und die SRG die von Sevitec entwickelte Lösung für Vorlagen-Management ein.
 
Viel in Ausbildung investiert
Bei Sevitec im thurgauschen Eschlikon sind heute etwas über 25 Mitarbeitende beschäftigt, die nicht nur OneOffixx entwickeln, sondern auch Individualsoftware bauen. So konnte Sevitec unlängst einen grossen Rahmenvertrag mit dem Bund abschliessen.
 
Sevitec investiert viel in die Ausbildung, so Geiser. So konnten zwei junge Leute die Lehre als Applikationsentwickler abschliessen. Zudem unterstützt die Softwareschmiede sechs Entwickler, die Teilzeit arbeiten und parallel einen Fachhochschulabschluss anstreben.
 
Wegen DSGVO: Zürückhaltung bei der Vermarktung als SaaS-Lösung
OneOffixx sei technisch heute so weit, dass die Lösung auch als reine SaaS-Version angeboten werden könnte, sagt Geiser. Allerdings tut man dies noch nicht. Dies auch, weil noch nicht ganz klar ist, was die europäische Datenschutzverordnung DSGVO für eine SaaS-Version der Vorlagen-Management-Lösung bedeutet. Denn in Vorlagen für Word, Excel & Co. werden auch bestimmte persönliche Daten verwendet.
 
Keine Goldgrube, aber...
Es gibt nicht wirklich viele Player im Markt für Vorlagen-Management. Grund: "Eine solche Lösung wird von vielen Kunden als "nice-to-have" eingeschätzt. Entsprechend tief sind die Preise," so Geiser. Der Markt sei deshalb keine Goldgrube, weshalb es nicht sehr viele Anbieter gebe, so der Sevitec-Gründer weiter.
 
Das Argument Geisers leuchtet ein. Wenn der Markt für Vorlagen-Lösungen "keine Goldgrube" (Geiser) ist, so ist der deutsche Markt doch potentiell ein sehr, sehr grosser Teich. (Christoph Hugenschmidt)