Viele Schweizer Manager halten Cyber-Attacken für grösstes Risiko

"Welche der folgenden Umstände stellen das grösste Risiko für den Erfolg Ihres Unternehmens dar?" (Grafik: EY)
Primär dreht sich der neue "Global Fraud Survey" der Berater EY um Bestechung, Integrität und Compliance-Programme weltweit und in der Schweiz. Darin wurden C-Level und Revisionsverantwortliche aber auch zu zwei IT-relevanten Aspekten befragt.
 
Der erste Aspekt: "Welche der folgenden Umstände stellen das grösste Risiko für den Erfolg Ihres Unternehmens dar?"
 
Die Hälfte der befragten Schweizer Manager sehen laut EY Cyberattacken als grösstes Risiko für den Unternehmenserfolg. Das sind mehr als in USA, Italien oder Österreich, aber weniger als in Deutschland (56 Prozent) oder Grossbritannien (74 Prozent).
 
Damit rangieren Cyberattacken in der Schweiz bei den Risiken vor regulatorischem Übel, der allgemeinen Wirtschaftslage und weit vor den Risiken "Betrug und Bestechung". Dies im Unterschied zum Rest der Welt, wo Security nur auf Rang drei fungiert und man sich viel mehr vor neuen Ideen der Gesetzgeber fürchtet.
 
Ob die Manager beunruhigt und sensibilisiert sind, weil sie zu wenig Abwehrmassnahmen getroffen haben oder attackiert wurden, vielleicht gar erfolgreich, wollten die EY-Fragesteller nicht wissen. Aber falls die Resultate halbwegs repräsentativ sind, dürfen sich die IT-Security-Vertreter freuen, dass sich ihr Geschäftsgang weiterhin gut entwickeln wird.
 
Die zweite IT-relevante Frage der Umfrage: "Wie gut, wenn überhaupt, würden Sie sagen, dass Sie die EU-Datenschutz-Grundverordnung kennen?" 42 Prozent der Schweizer Firmenvertreter antworteten selbstsicher "sehr gut". Das sind relativ wenige Manager, betrachtet man die politische und ökonomische Nähe der Schweiz zur EU und die Tatsache, dass diese Verordnung in rund zehn Tagen in Kraft tritt. Und es erklärt, warum die hiesigen Juristen immer noch so hyperaktiv zum Thema kommunizieren.
 
Im Hauptteil der Umfrage gibt es auch EY-Fragen und Manager-Aussagen zu entdeckten, grösseren Betrugsfällen. Gerade mal sechs Prozent der Schweizer Befragten antwortete "Ja, das gab es in den letzten beiden Jahren". Inwiefern sie die Wahrheit sagten, oder ob IT-Lösungen zur Verhinderung und/oder Entdeckung beitrugen, wurde nicht abgefragt.
 
Total wurden 2550 Unternehmensvertreter in 62 Ländern weltweit telefonisch befragt, davon 50 in der Schweiz und dies bis Ende Februar 2018. Die Ergebnisse sind also mit Zurückhaltung zu geniessen. (mag)