Wegen "fragwürdigen Inhalten": Cisco stoppt YouTube-Werbung

Cisco verzichtet zumindest temporär darauf, Werbung auf YouTube zu schalten. Dies kündigte Ciscos Marketingchefin Karen Walker letzte Woche in einem Blogpost an. Man sei bei Cisco stolz auf seine starken "Brand Values" und wolle sicherstellen, dass die eigene Online-Werbung nicht versehentlich am "falschen Ort" lande, zum Beispiel in Videos mit "fragwürdigen" Inhalten.
 
Google und Facebook hätten zwar Fortschritte dabei gemacht, solche Inhalte zu bekämpfen. Aber anscheinend, nach dem Geschmack von Walker, noch nicht genug. Man habe sich dazu entschlossen, so Walker, auf Online-Werbung auf YouTube zu verzichten, zumindest bis die Plattform Ciscos Standards einhalten könne.
 
So weit so klar. Weniger klar ist allerdings die Kommunikationspolitik des Netzwerkriesen in dieser Sache. Der ursprüngliche Blogpost wurde nämlich – laut dem 'Wall Street Journal' nach einem Telefonanruf von Google bei Cisco – zuerst gelöscht und mittlerweile durch eine wesentlich allgemeiner gehaltene Version ersetzt, in der weder YouTube noch ein Werbestopp erwähnt werden. Die ursprüngliche Version war aber noch eine Zeit lang auffindbar (ironischerweise im Google Cache) und 'The Register' konnte davon noch einen Screenshot machen.
 
Die nachträgliche Änderung des Blogeintrags scheint umso inkonsequenter, als Cisco-Sprecher mittlerweile sowohl gegenüber dem 'Wall Street Journal' als auch 'The Register' den Werbestopp auf YouTube bestätigt haben. (hjm)