Wo das Schweizer Riesen-Logistik-Projekt Cargo Sous Terrain steht

Bild: Cargo Sous Terrain
Swisscom und SAP steuern IT-Know-how zum 33 Milliarden Franken teuren Transportnetz bei.
 
Mit Cargo Sous Terrain (CST) soll ein unterirdisches Transportnetz für Waren entstehen, das sich zwischen Bodensee und Genfersee erstreckt und Ausläufer nach Basel, Luzern und Thun hat. In einer ersten Etappe, die rund drei Milliarden Franken kosten soll, soll der Raum Härkingen/Niederbipp mit Zürich verbunden werden, wie das 'Migros Magazin' in seiner Printausgabe berichtet. Letztlich werden für das gigantische Projekt Kosten in der Höhe von 33 Milliarden Franken veranschlagt, die ohne staatliche Zuschüsse aufgebracht werden sollen.
 
Das System wird bis 2045 aus drei Teilen bestehen: Dreispurige Tunnels mit autonomen Transportcontainern in 20 bis 50 Metern Tiefe, Logistikzentren an Knotenpunkten und in der Nähe von Städten, sowie eine vollautomatische Steuerung. Die meisten Techniken seien bereits erprobt und zuverlässig, so das 'Migros Magazin'. Innovativ solle aber die digitale Steuerung sein, die Waren zusammenstellt und deren Transport organisiert, zudem die sogenannten City-Hubs, die Städte durch Elektrofahrzeuge versorgen werden.
 
Das Projekt wird getragen von der Cargo Sous Terrain AG, die sich aus 20 Firmen zusammensetzt. Träger und Hauptaktionäre sind neben SBB, Credit Suisse, Migros, Post, Mobiliar, BKW und ZKB auch Swisscom, SAP und das kalifornische High-Tech-Startup Hyperloop One. Letzteres stammt laut Mitteilung aus dem "Umfeld von Elon Musk". Zu den weiteren Aktionären zählen zudem insbesondere Logistik- und Bau-Unternehmen.
 
SAP und Swisscom bringen IT-Know-how ein
SAP bringe sein Know-how in den Bereichen Lösungen für das Internet-of-Things und Cloud-Plattformen in das Projekt ein, schreibt CST. Man werde nicht nur Lösungen aus dem Leonardo-Portfolio und der Cloud Platform beisteuern, sondern auch mit den Projektpartnern an Themen wie Machine Learning und Blockchain im Logistikbereich arbeiten, erklärt Tanja Rückert, Executive Vice President IoT & Digital Supply Chain bei SAP, in einer Mitteilung.
 
Swisscoms Kommunikationsleiter Stefan Nünlist erläutert in einem Interview auf der Swisscom-Website: "Wir können hier unsere Erfahrung mit dem Internet der Dinge und dem Bau und Betrieb von besten Datenverbindungen einbringen." Swisscom könne zudem das 5G-Netz für das prestigeträchtige Projekt beisteuern. Er könne sich gut vorstellen, dass Cargo Sous Terrain letztlich zum Backbone der Schweizer IT-Logistik werde, so Nünlist.
 
Läuft alles nach Plan, soll bereits 2025 mit Bohrungen begonnen werden. 2030 soll die erste Etappe, die rund drei Milliarden Franken kosten und den Raum Härkingen/Niederbipp mit Zürich verbinden soll, in Betrieb genommen werden. 2045 soll das Projekt schliesslich abgeschlossen werden.
 
Nun braucht es aber erstmal ein Bundesgesetz, das den unterirdischen Gütertransport regelt, nachdem CST 100 Millionen Franken Eigenkapital für das erste Teilprojekt gesammelt hat. (ts)