Wie teuer war das Siroop-Abenteuer?

Wie viel Geld haben Coop und Swisscom in den Ende 2015 lancierten Marktplatz Siroop gesteckt, der Ende Jahr verschwinden wird? Die 'Handelszeitung' hat eine Schätzung gewagt: Ausgaben von 50 Millionen Franken stehen einem Ertrag von sechs Millionen Franken gegenüber.
 
Für den Marktplatz arbeiteten zuletzt fast 200 Mitarbeitende. Das Wirtschaftsblatt schätzt die Personalkosten auf zehn bis 18 Millionen Franken. Hinzu kommen Marketingausgaben von 30 Millionen Franken sowie weitere Kosten für Miete, Versicherungen oder die IT-Infrastruktur. Insgesamt hätten Swisscom und Coop rund 50 Millionen Franken in den Marktplatz investiert.
 
Ein von der Zeitung zitierter Experte schätzt, dass Siroop letztes Jahr rund 60 Millionen und im Jahr davor 25 Millionen Franken Umsatz erwirtschaftete. Davon gingen maximal zehn Prozent an Siroop: Die Komission bei Siroop beträgt sechs Prozent für Elektronik-Produkte und 9,9 Prozent für andere Waren. Somit flossen sechs Millionen Franken in die Siroop-Kassen – optimistisch gerechnet, wie die 'Handelszeitung' schreibt. Stellt dem die Investitionen gegenüber, resultiert ein Verlust im zweistelligen Millionenbetrag.
 
Nachdem zuerst Swisscom mitteilte, die Anteile an Coop zu verkaufen, weiss man nun auch, dass Coop die Marke aufgibt. Siroop werde in Microspot integriert. Die noch nicht mal drei Jahre alte Marke verschwindet noch dieses Jahr. "Eigentlich hätten sie Siroop mindestens drei Jahre Zeit geben müssen", zitiert die 'Handelszeitung' Patrick Kessler, Präsident des Verbands Schweizer Versandhändler (VSV). Die Beispiele Amazon und Zalando würden zeigen, dass es im E-Commerce viel Geduld brauche. Beide Shops hätten jahrelang Verluste geschrieben. (kjo)