Sunrise startet mit Gewinnsprung ins Jahr, verdient operativ aber weniger

Sunrise hat im ersten Quartal einen Gewinnsprung erzielt. Der Reingewinn des zweitgrössten Telekomkonzerns der Schweiz legte um knapp 30 Prozent auf 17 Millionen Franken zu. Das Plus ist vor allem geringeren Abschreibungen und Finanzaufwendungen zu verdanken.
 
Beim Umsatz legte Sunrise um gut sechs Prozent auf 458 Millionen Franken zu. Der Umsatzanstieg sei zu einem grossen Teil den Service- und Hardwareumsätzen zu verdanken, heisst es in einer Medienmitteilung. Der Serviceumsatz allein legte nämlich gegenüber dem Vorjahr um fast drei Prozent auf 362 Millionen Franken zu. Damit schneidet Sunrise besser ab, als der grosse Konkurrent Swisscom.
 
Mehr Kunden dank Mobile-Postpaid, IP-TV und Internet
Die Dynamik beim Kundenwachstum habe sich im ersten Quartal fortgesetzt, schreibt Sunrise. Im Jahresvergleich seien netto 7,6 Prozent neue Mobilfunk-Postpaid-Kunden gewonnen worden. Sunrise zählt damit nach eigenen Angaben nun insgesamt 1,63 Millionen Kunden. Zudem habe man einen Viertel mehr Kunden für IP-TV und 11,6 Prozent mehr für Internet-Angebote gewinnen können. IP-TV beziehen im ersten Quartal 2018 rund 221'000 Kunden, Internet-Dienste 431'000.
 
Den Umsatz konnte der Telekomanbieter vor allem beim Festnetzinternet (plus 17 Prozent auf 67 Millionen Franken) und den Mobilfunkdiensten (plus 8,4 Prozent auf 302 Millionen Franken) steigern. Bei den Festnetzdiensten sank er hingegen um 6,2 Prozent auf 89 Millionen Franken.
 
Betriebsgewinn sinkt leicht
Operativ verdiente Sunrise im ersten Quartal leicht weniger. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) sank um 1,9 Prozent auf 140 Millionen Franken. Der Grund für den Rückgang sind höhere Netzwerk-Servicekosten fürs Handynetz, nachdem Sunrise im August 2017 Sendemasten verkauft hatte.
 
Der Bruttogewinn stieg im Jahresvergleich um fast 2,4 Prozent auf 293 Millionen Franken. Das beschleunigte Wachstum des Bruttogewinns bestätige die strategische Ausrichtung auf Qualität in Netz, Services und Produkten, kommentierte Sunrise-Chef Olaf Swantee das Quartalsergebnis.
 
Für das Gesamtjahr hält der Telekomkonzern an den bisherigen Zielen fest. Angepeilt wird ein Umsatz zwischen 1,83 Milliarden und 1,87 Milliarden Franken und ein bereinigter Betriebsgewinn (Ebitda) von 580 Millionen und 595 Millionen Franken.
 
Keine Gespräche mit Liberty Global über Fusion
Sunrise erteilt Ideen über einen Zusammenschluss mit Konkurrentin UPC eine Absage, nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte laut geworden waren: "Es gibt keine Gespräche mit dem UPC-Mutterkonzern Liberty Global", sagte Sunrise-Chef Olaf Swantee im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'awp'.
 
"Wir sind überzeugt von unserer Stand-alone-Strategie. Wenn es irgendwann einmal zu einer Konsolidierung im Schweizer Markt kommt, sind wir in einer sehr starken Position", betonte Swantee. (sda/ts)