Avaloq und Swisscom holen sich Kryptowährungs-Know-how bei Metaco (Update)

Avaloq hat zehn Prozent der Aktien des Lausanner Blockchain- und Kryptowährungsunternehmens Metaco übernommen. Der Avaloq-Gründer Francisco Fernandez wird dadurch Mitglied des Verwaltungsrats von Metaco.
Der Einstieg von Avaloq sei Teil der zweiten Finanzierungsrunde von Metaco. Wieviel Geld der Zürcher Bankensoftwarehersteller für seinen Anteil ausgibt, wollen die Unternehmen nicht bekannt geben.
 
Zehn Prozent sind keine hohe Beteiligung, der Grund, den Avaloq dafür angibt, scheint uns aber interessant: Man wolle so das eigene Know-how über die Blockchain-Technologie erweitern mit dem Ziel, die eigenen Standardlösungen in dieser Richtung zu ergänzen, so dass sie auch Kryptowährungs-Transaktionen abdecken können.
 
Metaco hat laut Avaloq spezialisierte kryptografische Lösungen entwickelt, die voll in die Kernprozesse von Banken integriert werden können. Es sei ausserdem ein Anbieter äusserst sicherer Aufbewahrungslösungen für Kryptovermögen. Metaco bietet seine Lösungen bereits auf dem Avaloq-Marktplatz Avaloq Software Exchange an.
 
Transaktionen mit Kryptowährungen werden für Banken immer wichtiger, argumentiert Avaloq. Allerdings seien diese bisher in der Regel nicht in klassische digitale Bankkanäle integriert. Sie würden oft via Drittparteien abgewickelt oder von manuellen Systemen mit hohen Risiken abhängen, die teuer, ineffizient und unsicher seien.
 
Update: Wie Metaco mitteilt, haben sich unter anderem auch Swisscom, SwissPost und Sipca an der Finanzierungsrunde beteiligt. Die Höhe der Beteiligung der weiteren Firmen wird aber im Gegensatz zu der von Avaloq nicht genannt. Swisscom will laut Johannes Höhener, Head of Swisscom FinTech, Technologie von Metaco in eigenen Blockchain-Services verwenden.
 
Interessant ist auch die Beteiligung von Sipca, einem Hersteller von Sicherheitsdruckfarben und Sicherheitslösungen für die Herstellung von Banknoten und weiteren Sicherheits- und Wertdokumenten. Dessen Kerngeschäft in der physischen Welt ist natürlich durch die Blockchain, Smart Contracts und andere Entwicklungen der digitalen Welt bedroht. Laut Marketing Director Jean-Yves Ray möchte das weltweit tätige Lausanner Unternehmen in Zukunft sein Portfolio auch mit Distributed-Ledger- und Verschlüsselungstechnologien ergänzen. (hjm)