Appriver bringt Microsoft 365 in die Schweiz

Jim Tyer
Fokus auf Managed Service Provider. Eigene Rechenzentren in der Schweiz und 24 x 7 Support.
 
Der US-Cloud-Dienstleister Appriver hat den Hauptsitz für den EMEA-Markt in Lupfig in der Schweiz und betreibt eigene Cloud-Infrastrukturen bei Green und bei Equinix in Zürich. Appriver macht 95 Prozent des Umsatzes über Partner, so Jim Tyer, Channel Director EMEA bei Appriver, im Gespräch mit inside-channels.ch.
 
Der Provider, der beispielsweise hinter der Hosted-Exchange-Lösung von Green.ch steckt, könnte für Schweizer Managed-Service-Provider bald noch interessanter werden. Denn Appriver will in den nächsten Wochen als sehr wahrscheinlich erster Anbieter in der Schweiz mit Microsoft 365 auf den Markt treten.
 
Microsoft 365 wird früher oder später Office 365 als Top-Cloud-Produkt aus Redmond ablösen. In dem letzten Sommer erstmals angekündigten Paket steckt Office 365, Windows 10, Outlook und Exchange, Online-Speicher, Security- und Datenschutz-Lösungen und vor allem eine zentrale Konsole für das Verwalten von Geräten. Mit dem Produkt-Paket macht Microsoft einen Schritt von "Software-as-a-Service" hin zu "IT-as-a-Service".
 
Warum nicht direkt bei Microsoft? Warum nicht von den Distis?
Warum aber soll ein Service-Provider die Cloud-Lösungen für seine Kunden nicht direkt von Microsoft oder dann aber von einem Disti-Marktplatz beziehen? Tyer hat durchaus Argumente. Appriver bietet rund-um-die-Uhr-Support und unterstützt Service-Provider bei der schwierigen Aufgabe, Daten zu migrieren. Zudem liefert Appriver Werkzeuge zur Unterstützung von Marketing und Verkauf.
 
Ausserdem biete Appriver zusätzlich Security-Lösungen, die Partner je nach Kundenbedarf einsetzen kann, so Tyler. Man ergänze die Cloud-Lösungen mit einer eigenen Security-Ebene. Office 365 bezieht der Service-Provider der Service-Provider übrigens selbst aus der Microsoft Cloud. Hosted Exchange hingegen betreibt Appriver selbst.
 
Ausserdem, so Tyer, sei es sehr aufwändig, sich als Tier 1 Cloud-Service-Provider von Microsoft zu zertifizieren. Green habe sich deshalb für die Zusammenarbeit mit Appriver entschieden, sagt Tyler. Ein weiteres Argument: "Unser Partner-Portal unterstützt Managed-Service-Provider. So kann man beispielsweise den Datenverkehr nur zu einem Teil der Mail-Accounts verschlüsseln und solche Konstellationen einfach einrichten und verändern."
 
Von den Cloud-Marktplätzen der Distis hält Tyer natürlich nicht viel. Logisch, denn Appriver ist ein Konkurrent. Er meint, es sei nicht genug Marge im Business, damit sich noch einen Disti zwischen Vendor und Reseller schieben könne. Ausserdem böten Distis den Partner nicht genug Zusatz-Dienstleistungen Dienstleistungen wie etwa Rund-um-die-Uhr-Support.
 
Braucht noch jemand Hosted Exchange?
Wie es Microsoft schon oft vorgemacht hat, wird der Einstieg in Microsoft 365 (vorerst) mit relativ höheren Margen garniert.
 
Das Geschäft mit Hosted Exchange sei übrigens gar nicht vorbei. Auch nicht, wenn Microsoft Office 365 direkt aus eigenen Clouds in der Schweiz anbiete. Tyer: "Es gibt immer noch Leute im Markt, die Hosted Exchange mögen. Es ist eines unserer am schnellsten wachsenden Produkte. Nicht jeder will seine Daten Microsoft geben. (hc)