Jede zehnte IT-Firma muss jetzt Nachfolge regeln

Aufteilung der Unternehmen nach Rechtsformen. (Source: Bisnode)
Die IT-Branche liegt unter dem Schnitt. Dennoch haben zehn Prozent der Firmen die Nachfolge noch nicht geklärt.
 
Über 13 Prozent aller Schweizer Firmen hat ein Nachfolgeproblem. Dies geht aus einer Analyse von Bisnode D&B vom April 2018 hervor. Das Problem ergebe sich aus dem Alter der Inhaber respektive der Verwaltungsräte oder Gesellschafter. Wer keinen Nachfolger findet, müsse seine Firma häufig liquidieren. Dies geschehe aktuell bei rund 30 Prozent der Firmen. Speziell kleinere Unternehmen hätten grosse Nachfolgeprobleme, so die Mitteilung von Bisnode.
 
Das Thema der Nachfolge habe eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung. Wenn die Nachfolge scheitert, gehen Know-how, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren. Laut Mitteilung seien eine halbe Millionen Arbeitsplätze von der Nachfolge betroffen.
 
Grundsätzlich, so die Zahlen von Bisnode, sind Unternehmen bis zehn Mitarbeitende stärker betroffen als Firmen mit über 50 Beschäftigten. Von letzteren hätten nur sieben Prozent eine offene Nachfolge, während es bei den kleinen Unternehmen über 13 Prozent sind. Grössere Unternehmen werden oftmals mit einer längerfristigen Planung geführt als Kleinstbetriebe, weshalb die Nachfolge auch frühzeitiger thematisiert werde, schreibt Bisnode zur Erklärung.
 
IT-Branche liegt leicht unter dem Schnitt
Unternehmen der IT-Branche liegen bei der Nachfolgefrage leicht unter dem Schnitt aller Branchen, zeigen die Zahlen. In der Branche Informatikdienstleistungen sind es 9,2 Prozent der Firmen und im Telekommunikationsbereich 8,5 Prozent ohne Nachfolgeregelung.
 
Die zwei Bereiche Unternehmensdienstleistungen, die von Bisnode nicht näher beschrieben werden, und Personalvermittlung liegen jeweils bei rund zwölf Prozent.
 
Management Buy-Out dauert über drei Jahre
Noch immer ist eine der häufigsten Arten der Firmenübergaben in der Schweiz familienintern: in 41 Prozent der Fälle wird das Unternehmen an ein Familienmitglied verkauft (FBO). Mit 40 Prozent fast ebenso häufig kommt es zum Management Buy-In (MBI), also zum Verkauf an ein neues, externes Management. Vom bestehenden Management gekauft (Management Buy-Out, MBO) werden in der Schweiz 19 Prozent der Unternehmen.
 
Gemäss Bisnode dauert es über sechs Jahre einen FBO abzuwickeln und für einen Management Buy-out müssen 3,3 Jahre gerechnet werden. Am schnellsten lässt sich der Verkauf an einen externen Inhaber abwickeln. Ein MBI dauere im Schnitt nur 1,6 Jahre.
 
Als Grundlage der Studie dienten die B2C- und B2B-Datenbanken von Bisnode, die sämtliche Unternehmungen beinhalten, die im schweizerischen Handelsregister eingetragen sind. Alle aktiven Firmen bildeten die Grundlage; ein Firma hat – für den Zweck der Studie – eine offene Nachfolgeregelung, wenn die Handelsregister eingetragene Inhaber (Einzelunternehmer) respektive die Gesellschafter (Gesellschaften) oder Verwaltungsräte (Aktiengesellschaften) 60 oder mehr Jahre alt sind. Die Altersgrenze wurde gewählt, da eine Übergabe in die nächste Generation fünf Jahre dauere. (kjo)