Die Cloud-Strategie von Swiss Life

Der Versicherer setzt auf eine hybride Cloud-Infrastruktur von Microsoft und Inventx. "Public Cloud vor Private Cloud" laute die Devise, wie Swiss Life zu inside-it.ch sagt.
 
In den letzten eineinhalb Jahren hat Swiss Life die IT-Landschaft modernisiert. Die "Swiss Financial Cloud" von Inventx, so eine Medienmitteilung, kombiniere Private- und Public-Cloud-Komponenten und basiere auf der Azure Technologie von Microsoft. Die Plattform biete ein Fundament für Digitalisierungsinitiativen, Flexibilität in der Ressourcenbeschaffung und optimiere die Gesamtkosten. Man habe das Projekt "On Time" und innerhalb des Budgets abschliessen können, ergänzt Swiss Life auf Anfrage von inside-it.ch.
 
Ziel der IT-Infrastruktur-Migration sei es gewesen, so führt der Versicherer aus, ein Fundament für die voranschreitende Digitalisierung und eine bessere Skalierbarkeit zu schaffen. Aufbauend auf der neuen IT könne man das Potenzial der Digitalisierung nutzen. Der Versicherer nennt Chatbots und Machine Learning. "Diese bilden die Basis für neue Geschäftsmodelle", schreibt Swiss Life.
 
"Public vor Private" und "SaaS vor PaaS vor IaaS"
Grundsätzlich laute die Cloud-Strategie von Swiss Life "Public Cloud vor Private Cloud" und "SaaS vor PaaS vor IaaS". Mit dem Hybrid-Cloud-Ansatz könne man besonders schützenswerte Daten in der private Cloud speichern und für öffentlich zugängliche Portale oder zeitlich begrenzte Leistungen wie Kapazitätsengpässe auf Ressourcen in der Public Cloud zurückgreifen.
 
Die private Cloud wird von Inventx in eigenen, geografisch getrennten RZs betrieben und für die Public-Cloud-Leistungen setzt Swiss Life auf Azure von Microsoft. Bis anhin hat Swiss Life eine eigene Private Cloud in den Rechenzentren von Green betrieben. Diese RZ-Flächen wurden Ende 2017 an den Provider zurückgegeben und das Ziel, keine eigene RZ-Infrastruktur mehr zu betreiben, habe man erreicht, bestätigt Swiss Life.
 
Insgesamt beziehe Swiss Life 904 IaaS- und 247 PaaS-Services vom Private Cloud Provider Inventx. 793 TB an Daten seien zum Provider migriert worden. 260 Web Apps laufen in der Azure Cloud.
 
Bei der Migration in die hybride Cloud sei eine "Eins-zu-Eins"-Übertragung nicht das Ziel gewesen. Im Fokus sei eine Modernisierung der IT-Landschaft gestanden, bei der auch Life-Cycle-Aktivitäten von Software mitberücksichtigt worden seien. "Es fand ein vermehrter Einsatz von Web Services, die Umstellung des Identity Prozedere (JWT) und eine Konsolidierung der eingesetzten Datenbanktechnologien auf Microsoft SQL Server statt", schreibt der Versicherungskonzern weiter.
 
Cloud-Service-Bezug soll Betriebskosten verringern
Als weiteres Ziel des Bezugs von Cloud-Services nennt Swiss Life Kosteneffekte. Durch die Nutzung von Infrastrukturen als Service würden die hohen zyklischen Investitionskosten wegfallen, stattdessen gebe es neu konstante Betriebskosten. Diese Kostenstruktur im Pay-per-Use-Modell verbessere die Planbarkeit und die Kostentransparenz. "Die Transformation in die Cloud ermöglicht eine Betriebskosteneinsparung im Data Center von etwa 15 Prozent", fügt Swiss Life an.
 
Und wie geht es nun weiter? Nachdem in den vergangenen 18 Monaten das Cloud-Projekt mit der vorhandenen Belegschaft zusätzlich zu den operativen Tätigkeiten durchgeführt wurde, sei nun eines der grösseren IT-Projekte der Digital-Workplace. Diese gruppenweite Initiative habe das Ziel, eine neue und einheitliche digitale Arbeitsplatzumgebung für Swiss-Life-Mitarbeitenden aufzubauen. Die Gruppe beschäftigt 8000 Mitarbeitende. (Katharina Jochum)