Massenkündigung bei Canoo

Fast 40 Prozent der Belegschaft haben gekündigt, bestätigt der Canoo-CEO auf Anfrage von inside-channels.ch.
 
Bei Canoo Engineering soll es sehr viele Kündigungen gegeben haben, so ein Gerücht. "Das ist korrekt", bestätigt CEO Michael Gassmann auf Anfrage von inside-channels.ch. "Ende Januar gab es 19 Kündigungen und im Februar fünf weitere."
 
Das sind etwas weniger als vierzig Prozent der 66-köpfigen Softwareschmiede mit Hauptsitz in Basel. Was ist passiert?
 
Hintergrund seien, so eine gut informierte Person, ein "Culture Clash" und unterschiedliche Meinungen zwischen der Minderheit von Canoo-Aktionären und dem Mehrheitsaktionär IMTF. Letzterer, ein ECM-Spezialist aus dem freiburgischen Givisiez, hatte 2013 51 Prozent von Canoo von den Gründern übernommen.
 
Auftauchende Meinungsunterschiede wurden seither offenbar zwischen den Minderheitsaktionären und IMTF-VRP Mark Büsser innerhalb des Canoo-Aktionariats ausgetragen. Der jetzige Abgang der Canoo-Mitarbeiter sei als Kulminationspunkt dieser Konflikte zu betrachten, sagen die Quelle und Gassmann übereinstimmend.
 
Dabei gehe es um die strategische Ausrichtung und die Produktentwicklung.
 
Offenbar prallen auch unterschiedliche Unternehmenskulturen aufeinander, so werde die IMTF-Gruppe eher top-down geführt, während die Kultur von Canoo vor allem auf Selbständigkeit und Eigenverantwortung basiere. Die kulturellen Unterschiede bestätigen die Quelle von inside-channels.ch wie Gassmann.
 
Gassmann war von Dezember 2016 bis Januar Head von Canoo Zürich und ist erst seit 11. Januar 2018 CEO. Er sagt, für ihn wie das Management-Team sei wichtig, dass Fairness herrsche und die richtigen Entscheide gefällt würden. Es herrsche keine Top-Down-Kultur bei Canoo selbst.
 
Und nun, Herr Gassmann? "Die Situation ist eine grosse Herausforderung", sagt der neue CEO, "ich bin aber optimistisch". Canoo werde strategisch neue Akzente setzen: Der Fokus auf attraktive Produkte und Lizenzeinnahmen werde verstärkt, es werde jedoch einige Zeit gehen, bis man wieder die alte Stärke habe. (Marcel Gamma)