Veritas schubst Reseller ins Thema Datenmanagement

Thomas Benz
Seit 2015 gehört der Backup-Software-Hersteller Veritas nicht mehr zu Symantec, sondern der US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle. Es sei keineswegs so, dass Veritas seither nicht mehr in neue Produkte und in Technologie investiere, sagte Veritas-Schweiz-Chef Thomas Benz letzte Woche an einem Medienanlass in Zürich. Als Beleg nannte er Zahlen: Veritas habe unlängst neun neue Produkte lanciert und eine Rekordzahl von Patenten angemeldet. Benz: "Seitdem Mike Palmer als Chief Product Officer ist, wurde noch jeder Release-Termin eingehalten."
 
Veritas will bekanntlich nicht mehr einfach ein Hersteller von Software für Backup und Wiederherstellen von Daten sein, sondern den Kunden bei allen Themen im Bereich Datenmanagement helfen. Die künftige EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) kommt dem Hersteller gerade Recht, denn Datenmanagement wird für jedes Unternehmen ein Thema.
 
Wie Benz sagt, will man den Resellern helfen, bei bestehenden Kunden neue Ansprechpersonen zu finden. Statt wie bisher mit der IT-Abteilung und da mit den Infrastruktur-Leuten zu sprechen, könne man mit dem Thema Datenmanagement, Datenschutz und Umsetzung der DSVGO mit Compliance-Verantwortlichen oder IT-Leitern reden.
 
Viel mehr für wenig mehr Lizenzkosten
Ein Argument von Veritas ist Geld. Mit nur 16 Prozent höheren Kosten könne man Lizenzen für die Software-Suite Data Mangement statt "nur" Netbackup lösen, sagte Benz. Reseller könnten so den Kunden Mehrwert bieten und zusätzliche Dienstleistungen verkaufen. Benz zielt auf die etablierten Veritas-Partner, denn diese haben eine Reihe von Kunden, bei denen bereits Veritas-Lösungen laufen.
 
Benz ist sich bewusst, dass "Up- und Cross-Selling" für Veritas-Partner nicht so einfach ist, wie es tönt. Schliesslich brauchen sie dafür mehr und anderes Know-how. "Partner brauchen sowieso den Willen, sich zu verändern," sagt der Veritas-Schweiz-Chef.
 
Doch wie weit ist Veritas Schweiz selbst in der Bearbeitung der neuen Märkte? Der grosse Teil des Umsatzes stamme immer noch aus dem klassischen Geschäft mit Backup- und Recovery-Software, gibt Benz zu. Doch über ein Drittel der identifizierten neuen Projekte bezögen sich auf die neuen Themen rund um Data Management. Veritas könne bereits bei verschiedenen Kunden mit Proof of Concepts zeigen, was die neuen Lösungen können. Benz: "Früher haben wir darum gekämpft, bestehende Kunden zu halten. Doch die Hälfte der Firmen in der Schweiz weiss nicht genau, wo und wie welche Daten gespeichert sind. Das hilft uns. Insbesondere in Multi-Cloud-Projekten treten wir gegen andere Anbieter an." (hc)