Eset: "Wir wollen in der Schweiz in die Top-3"

Eset-Vertreter Thorsten Urbanski bei inside-channels.ch.
Im Gespräch erklärt Eset-Mann Thorsten Urbanski die Schweizer Strategie und wie das MSP-Geschäft läuft.
 
"Eset ist der grösste europäische Security-Hersteller", hält Thorsten Urbanski, Head of Communication & PR, bei seinem Besuch bei inside-channels.ch schon einleitend fest. Was schon andeutet, dass die slowakische Firma nicht den Bekanntheitsgrad seiner Konkurrenten wie Symantec, McAfee, Trend Micro und anderen hat, aber dies ändern will.
 
Auch der Marktanteil liegt noch nicht wie in Osteuropa je nach Land bei 80 bis 100 Prozent, aber es laufe gut: "Global sind wir die im Endpoint-Security-Markt die Nummer vier", sagt Urbanski, "und in der Schweiz wollen wir im B2B-Bereich in die Top-3 aufsteigen."
 
Wie sieht das in der Schweiz konkret aus? Also, Ebertlang und Idiosyn sind die hiesigen Distis, die Partnerlandschaft umfasse mehr als 200 Namen in der Schweiz und "mehr als 20 Partner erzielen als MSP Umsatz", erklärt Urbanski.
 
Zu den Schweizer Eset-Umsätzen äussert er sich allgemein: "Die erzielten Umsätze zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. In den vergangenen Jahren haben wir die zu erwartenden Wachstumszahlen der Branche übertroffen. Das zeigt uns, dass wir Marktanteile gewinnen. Das Verhältnis zwischen 2016 und 2017 können wir aktuell noch nicht beziffern." Jedenfalls stammen etwa 70 Prozent des globalen Umsatzes aus dem B2B-Bereich.
Zu den internationalen Kunden zähle auch einer der Tech-Giganten, welcher nicht genannt werden dürfe (Name der Redaktion bekannt). Bekannt ist seit letztem Herbst, dass Google die Detection Engine von Eset in Chrome Cleanup integriert hat. Das Tool warnt Chrome-Nutzer beim Surfen vor möglichen Bedrohungen.
 
Und wie sieht die Kundenstruktur von Eset in der Schweiz aus? "Ein Drittel sind Enterprise-Level, zwei Drittel sind KMU-Kunden," sagt Urbanski. Man habe soeben die Allianz und weitere Versicherungen als Kunden gewonnen, dürfe den Namen letzterer aber nicht nennen.
 
Die primäre Zielgruppe für Eset-Produkte in der Schweiz seien Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern, sagt Urbanski. Gleichzeitig will man in der Schweiz im MSP-Sektor Fortschritte machen, der bei vielen Herstellern eher harzig ab Boden kommt. "Es läuft für Eset in diesem anspruchsvollen Marktsegment gut", sagt Urbanski. Dass ein Partner im Tagesrhythmus abrechnen kann und dass das Angebot frei skalierbar ist, komme gut an.
 
"Wir haben Partner mit Potential gesucht und gefunden. Aber klar, es braucht bei diesen ein Umdenken und es gibt manchenorts noch Bedenken", so Urbanski. "Wir können unsere Partner mit konkreten Cases schulen und so den Mehrwert für Partner und Endkunden aufzeigen".
 
Vor einigen Tagen hat man als neuesten Schritt für MSPs angekündigt, man habe den bisherigen ConnectWise Agent erweitert. Es gebe jetzt ein Plugin, das das Direct Endpoint Management von Eset direkt mit der ConnectWise-Automate-Konsole verbinde. So soll sich für MSP-Partner das Remote Monitoring und Management verbessern.
 
Auch die Argumentationslinie von Eset komme in der Schweiz gut an, dass Security ein Enabler sei und dass man nicht die Angst vor Attacken ins Zentrum rücke.
 
Gibt es Regierungsdruck auf Eset?
Was hält der Eset-Vertreter eigentlich davon, dass die US-Behörden Kaspersky und andere Tech-Anbieter verdächtigen, russische oder chinesische Spionage zu ermöglichen? "Wir sind nicht unter Druck, wir sind ein slowakisches Unternehmen, mit Hauptsitz in Bratislava. Als Unternehmen mit Hauptsitz in der Europäischen Union müssen wir die harten Datenschutzrichtlinien der Europäischen Union in jedem Punkt erfüllen. Deren Einhaltung garantieren wir unseren Kunden", so Urbanski. Code-Reviews durch Regierungen gebe es keine, aber das Erfüllen des höchsten Common-Criteria-Levels sei oft auch nicht nötig. "Wir sind bei westlichen Armeen und Grossfirmen heute präsent, und ich habe auch keine Bedenken, dass sich dies ändert." (Marcel Gamma)