Microsoft: So investieren wir in Schweizer Partner

David Kurth, Cloud + Enterprise Business Group Lead bei Microsoft Switzerland
Über 1000 Besucher am Microsoft Tech Summit Switzerland liessen sich über Microsofts neuste Cloud-Pläne informieren.
 
Microsoft führt gegenwärtig im Trafo in Baden zum ersten Mal einen "Tech Summit Switzerland" durch. Die kostenlose Veranstaltung für IT-Profis von Kunden- und Partnerseite verspricht Aufklärung zu den neusten Cloud-Technologien aus Redmond. Und dies zieht offensichtlich. Laut David Kurth, Cloud + Enterprise Business Group Lead bei Microsoft Switzerland, haben sich rund 1300 Personen dafür registriert.
 
Der grosse Saal im Trafo war denn auch fast komplett voll, als die Keynotes über die Bühne gingen. Mark Russinovich, Cheftechniker von Microsoft Azure, erklärte in einem ziemlich allgemein gehaltenen Vortrag Microsoft aktuelle Cloud-Strategie. Mit einer seiner Kernaussagen – "Wir sind jetzt wirklich ein Open-Source-Unternehmen" – rief er im Publikum einiges, teilweise immer noch skeptisches, Schmunzeln hervor. Aber er unterstrich seine Aussage mit der Bemerkung, dass in nicht weniger als der Hälfte der technischen Sessions am zweiten Tag Open-Source-Themen behandelt würden.
 
Erstmals Produkteankündigung in der Schweiz
Um dem Anlass Glanz zu verleihen hatte Microsoft noch eine Überraschung parat: zum ersten Mal wurde eine global gültige Ankündigung als erstes in der Schweiz gemacht, nämlich dass die neuen "Azure Migration Services" nun allgemein erhältlich seien. Die Azure Migration Services, so David Kurth gegenüber inside-it.ch, seien eine Kombination von Azure Migrate, einem Tool um virtuelle Maschinen auf Azure zu migrieren, sowie dem Azure Database Migration Service. Beide seien bisher nur als Preview erhältlich gewesen.
 
Russinovich erntete mit seiner in einem Nebensatz gemachten Ankündigung allerdings nur wenig Beachtung. Und auch als Kurth sie nochmals gesondert unterstrich, hielt sich die Begeisterung bei den Besuchern in Grenzen.
 
Direkt aus dem Open-Source-Bereich stammte der nächste Redner, Patrick Chanezon, Chief Developer Advocate bei Docker, klärte die Besucher darüber auf, dass Docker heutzutage intensiv mit Microsoft zusammenarbeitet, um sowohl Windows- als auch Linux-Docker-Container auf Azure populär zu machen.
 
Investitionen und Innovationen
Zuletzt redete David Kurth darüber, wie Microsoft hierzulande investiert, um Innovationen zu fördern. Unter anderem, so Kurth, investiere man gezielt in Trainingsanbieter, um den Zugang zu Trainings zu erleichtern. Dies soll helfen, den Fachkräftemangel, insbesondere in Bereichen wie Digitalisierung und Internet of Things zu lindern. Gleichzeitig investiere man aber auch in Grundlagenforschung, zum Beispiel in Forschungen im Bereich Quantencomputer an der ETH Zürich. Der ETH-Doktorand Thomas Häner erntete daraufhin mit seinem Versuch, dem Publikum zu erklären, wie ein Quantencomputer funktioniert zwar nicht viel Verständnis, aber trotzdem sehr viel Applaus.
 
Viel näher an der Praxis sind dagegen die Investitionen in neue Cloud-Services von Partnern, bei deren Entwicklung Microsoft mithilft. Kurth pickte zwei Partner als Beispiele heraus, die sich auf der Bühne dazu äussern durften.
 
Hanspeter Tinner äusserte sich zur "Network Centric Multi Cloud 4.0" von Hiag Data. Dieser Service vereine die sichere Anbindung von Kundenstandorten, einen in Hiag-eigenen Rechenzentren in der Schweiz betriebenen Azure Stack sowie Direktzugänge zu Microsoft Azure und Office 365.
 
Mit Open Systems konnte Kurth einen Security-Spezialisten als ganz neuen Microsoft-Partner präsentieren. Vor 25 Jahren, so meinte, Ogi Stanovic, Chief Business Officer von Open Systems, sei Microsoft noch nicht gerade "Top of the list" gewesen, wenn es um Security ging. Dies habe sich aber seiner Meinung nach drastisch geändert. Open Systems entwickle zusammen mit Microsoft nun einen hochstandardisierten Approach, um die komplette ICT-Infrastruktur eines Unternehmens mit denselben Produkten schützen zu können, von vor-Ort-Installationen nahtlos bis in die Cloud. (Hans Jörg Maron)