Orange Business Services verbündet sich mit Sunrise

OBS-Schweiz-Chef Martin Kull zu Besuch auf der Redaktion.
OBS-Schweiz-Chef Martin Kull über seine Strategie in einem von Swisscom dominierten Markt.
 
Martin Kull ist Country Manager von Orange Business Service (OBS) Schweiz. Und er verantwortet in der "Multi-Matrixstruktur" (Kull) des Konzerns zudem das Business mit den multinationalen Firmen mit Hauptsitz in der Schweiz. Wie will Kull gegen den Lokalmatator Swisscom bestehen?
 
Als er vor zwei Jahren an die Spitze von OBS Schweiz geholt wurde, habe er seinen Mitarbeitenden als erstes das Ziel vorgesetzt, keine bestehenden Kunden mehr zu verlieren. Das hat gemäss Kull funktioniert: "Wir haben in den letzten zwei Jahren keinen Kunden mehr verloren."
 
Alle Telekommunikationsanbieter haben auf dem Heimmarkt das gleiche Problem: Preiszerfall. Auch Orange Business Services im Heimmarkt Frankreich. Kull: "Der Preiszerfall liegt zwischen drei und acht Prozent pro Jahr. Der steigende Bedarf nach Bandbreite fängt die Preiserosion nicht auf. Wir können uns durch innovative Technologie differenzieren. Wir unterscheiden uns durch Services in Bereichen wie Internet der Dinge, Multi-Cloud-Services, Cyber Defence und Smart Analytics. Und wir streben Partnerschaften mit Playern wie SAP, Oracle, Adobe und anderen CRM- und ERP-Anbietern an. OBS beschäftigt weltweit über 3000 Entwickler und könne so als Integrator von Services auftreten, so Kull.
 
Leiden unter der Abspaltung von Salt
Ausserdem biete er seinen Kunden die Vereinfachung des Partnermanagements an. Ein multinationales Unternehmen müsse heute bis zu 5000 Lieferanten managen. OBS könne für einen Kunden beispielsweise die Mobilfunkprovider weltweit, aber auch Geräte und Security zentral managen und so als zentraler Vertragspartner auftreten.
 
Orange Business Services ist Teil der Mobiltelefonie-Allianz Fremoove. Das Bündnis von Orange, Telia Company, Deutsche Telekom und Telecom Italia erreicht nach eigenen Angaben 400 Millionen Endkunden. Er habe Sunrise in die Allianz geholt, sagt Kull. Und zusammen mit Sunrise dem Konkurrenten Swisscom bereits ein sehr grosses, multinationales Unternehmen als Mobilfunk-Kunden abgejagt, erzählt der OBS-Schweiz-Chef. Um welches Unternehmen es sich handelt, darf oder will Kull nicht sagen.
 
Kulls Problem in der Schweiz sei die Marke. Denn mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts und die Umbenennung von Orange in Salt sei die Bedeutung der Marke Orange in der Schweiz unklar geworden, sagt er. Mit einer neuen "Story" will er dieses Handicap wettmachen. "Wir wollen nicht mehr als Infrastruktur-Anbieter, sondern als Lösung-und-Infrastruktur-Provider auftreten," sagt Kull. (hc)