Also-Konzernleitung wieder ohne regionale Chefs

Der Emmener Broadliner Also hat in der Geschäftsleitung (GL) die 2015 geschaffenen organisatorischen Zwischenstufen mit Regionen wieder abgeschafft. Die damalige GL-Erweiterung hatte CEO Gustavo Möller-Hergt damit erklärt, dass das zur Steigerung der Profitabilität aufgegleiste Programm MORE (Maintain, Optimize, Reinvest, Enhance) schneller als geplant umsetzen zu wollen.
 
Der GL-Rückbau hatte im letzten Jahr begonnen, als Stefan Klinglmair, der 2015 als Corporate Vice President für Zentraleuropa in die GL geholt worden war, das Unternehmen wieder verliess. Die von ihm verantworteten Länder Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz berichten seit September 2017 wieder direkt an Möller-Hergt.

Nun hat auf Ende Monat auch Ole Eklund zu gehen. Er amtete seit 2015 als Corporate Vice President für Nord- und Osteuropa. In dieser Position verantwortete die elf Länder Belgien, Niederlande, Polen, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Lettland, Litauen, Estland und Slowenien. Neu werden auch diese Landeschefs direkt an den CEO rapportieren. Alsos Sprachregelung beim Abgang von Eklund lautet wie schon bei Klinglmair, dass er "aus persönlichen Gründen" gehe. Somit bilden ab März nur noch Möller-Hergt und Finanzchef Ralf Retzko die Also-GL.
 
Also nutzt die Verkleinerung der GL, um ein massives Umdenken in allen Bereichen der eigenen Organisation einzufordern. Es gehe darum, dass die Transformation zum End-to-end-Solutions-Provider gelinge, heisst es in einer Mitteilung. Deshalb habe man ein sogenanntes Transformation Executive Team aufgebaut. Die 12-köpfige Mannschaft sei dem Lenkungsausschuss der GL unterstellt und interdisziplinär zusammengesetzt, so Also. Einsitz nehmen würden "digital Natives und erfahrene Mitarbeiter im Alter zwischen 31 und 55 Jahren". Ihre Aufgabe sei, "sich bei der Digitalisierung, Strukturoptimierung und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle des Unternehmens gestaltend und aktiv einzubringen". (vri)