Schwyzer Schul-IT-Projekt kommt vor den Richter

Ein gescheitertes Schul-IT-Projekt im Kanton Schwyz hat ein gerichtliches Nachspiel. Der Kanton hat beim Bezirksgericht Schwyz eine Klage gegen den Lieferanten eingereicht und verlangt Rückerstattung geleisteter Zahlungen sowie einen Schadenersatz von total 675'000 Franken.
 
Das Projekt "schuldatenverwaltung.sz" hätte für die Schwyzer Volksschulen eine gemeinsame kantonale Daten- und Arbeitsplattform schaffen sollen. Es hätte 13 verschiedene Verwaltungsprogramme ablösen und sämtliche administrative Prozesse vereinheitlichen sollen.
 
Das Parlament hatte 2010 für das Projekt einen Kredit von 1,23 Millionen Franken gesprochen. 2014 gab die Regierung bekannt, dass das Projekt gescheitert sei. Der Kanton zog sich zurück, weil das Projekt zu viele Mängel habe. Der Anbieter, Dialog Verwaltungs-Data aus dem luzernischen Baldegg, habe die geforderte Qualität nicht liefern und Termine nicht einhalten können. Es sei ein Entwicklungsprojekt und kein Einführungsprojekt wie angenommen, wurde vom Kanton bemängelt.
 
Das Schwyzer Bildungsdepartement teilte mit, der Versuch, mit dem spezialisierten Gemeinde-Software-Anbieter eine aussergerichtliche Einigung zu erzielen, sei erfolglos geblieben. Auch eine Verhandlung vor dem Vermittler der Gemeinde Schwyz sei ohne Einigung geblieben, weswegen Klage eingereicht worden sei.
 
Laut Simap hatte es nach einem offenen Verfahren geheissen: "Nach Gewichtung der Zuschlagskriterien, der Beurteilung der Präsentationen und Referenzbesuche weist das Angebot der Firma Dialog Verwaltungs-Data AG die höchste Punktzahl auf. Es ist das wirtschaftlich günstigste Angebot." Der initiale Zuschlag lautete auf einen Betrag von 1'075'872 Franken.
 
Laut dem Schwyzer Regierungsrat Michael Stähli im 'Bote der Urschweiz' arbeiten heute rund 24 der 33 Schwyzer Schulen mit der Schulverwaltungslösung Scolaris von PMI.AG. (mag/sda)
 
Update 21.2.2018: Der Text wurde von der Redaktion um den letzten Abschnitt ergänzt.