"Ein Selecta-Automat für die IT"

Projektleiter Ingo Steinkellner führt Cora vor.
Mit dem Automaten Cora will Pidas die Effizienz des Field Supports steigern.
 
Statt auf die Lieferung eines Ersatzgerätes zu warten, können sich Mitarbeitende aus dem Automaten selbst eines holen. Gleichzeitig ist der Austausch erfasst, das neue Gerät registriert und eine Abholung durch den Support in die Wege geleitet. Dies ist die Idee des Cora genannten Geräts. Bei Cora handelt es sich um eine Art "smarten Selecta-Automat für die IT", so CEO Frédéric Monard an einer heutigen Präsentation vor der Presse.
 
Cora bietet Platz für 22 Geräte unterschiedlicher Grösse, von Kopfhörern über Smartphones und Notebooks hin zu Monitoren oder Beamern. Die Geräte können innerhalb von Cora sowohl an den Strom und an das Internet angeschlossen werden. Ebenfalls zu Cora gehört eine von Pidas entwickelte Software, bestehend aus einem Frontend und einem Backend, das im Wesentlichen ein kleines ERP-System ist.
 
Die Idee ist Folgende: hat ein Mitarbeitender ein Problem mit seinem Notebook, ruft er zunächst beim Service Desk an. Falls das Problem nicht gelöst werden kann, muss das Gerät ausgetauscht werden. Statt nun aber auf die Lieferung zu warten, erhalte der Mitarbeitende einen Code zugesandt. Mit diesem Code kann er über das Touch-Panel von Cora das entsprechende Fach des Automaten öffnen und das Gerät herausnehmen. "Je standardisierter die IT des Unternehmens desto besser", erklärt Monard. Denn so könnten aus der Ferne auch alle entsprechenden Programme und Berechtigungen auf das Gerät gespielt werden, bevor der Mitarbeitende sein neues Notebook aus Cora herausnimmt.
 
Vertrieb auch über Partner
Zum Einsatz kommen soll der Automat Cora, der seit Anfang 2018 ausgerollt wird, vor allem bei grossen Unternehmen. Der Automat wiege rund 300 Kilogramm, passe auf eine Europalette und damit auch in Personenlifte. Pidas nennt einen Schweizer Versicherer wie eine Bank als erste Kunden von Cora.
 
20 Bestellungen seien aktuell in Bearbeitung. Ziel sei es innerhalb von zwei Jahren 200 Geräte platzieren zu können, so der CEO weiter. Vertrieben wird der Automat direkt oder auch über Partner, man habe bereits zwei Reseller an Board. Neben einem globalen Unternehmen sei dies ein Schweizer Partner.
 
Eignen würde sich Cora an Standorten mit 150 Mitarbeitenden oder mehr. Lohnen könnte sich der Einsatz auch bei sehr abgelegenen Standorten, wenn die Anfahrtskosten für den Support hoch sind.
 
Für Kunden respektive die Support-Verantwortlichen gibt es ein zentrales Backend, über das die Geräte gemanagt werden können. So sei aus der Software beispielsweise ersichtlich, wie viele Geräte an welchem Standort verfügbar sind. Der Automat wurde, wie auch schon der Cora-Prototyp, vom Hersteller Landolt Engineering gebaut. Man setze hier auf Swissness, führt Cora-Projektleiter Ingo Steinkellner aus.
 
Wie viel Pidas in Cora investiert hat, gibt CEO Monard nicht bekannt. Der Prototyp sei innert drei Monaten entstanden. Von der Idee zum Rollout ist ein gutes Jahr vergangen.
 
Cora wird von Pidas in einem Mietmodell zur Verfügung gestellt für 1500 Franken pro Monat. Dafür wartet Pidas die Automaten inklusive der Cloud-Software. Möglich sei aber auch, dass Pidas den gesamten Field-Support übernehme. (Katharina Jochum)
 
Update (19.2.2017): Auf Wunsch des Unternehmens wurde der Name des Schweizer Partners entfernt.