Der Zürcher Provider Nine hat nun 24-Stunden-Support

Wer die Zeitverschiebung für einen rund um die Uhr Support nutzen will, kann nicht in Europa bleiben. Die Spezialisten für gemanagte Linux Server haben sich für Kanada entschieden.
 
Soeben hat der Zürcher Provider Nine die "Nine Internet Solutions Ltd." im kanadischen Vancouver gegründet. Nine ist Spezialist für gemanagte Linux-Server. Nach einem sechsmonatigen Pilotprojekt hat in Kanada nun erster IT-Spezialist die Arbeit aufgenommen. Bei Bedarf sollen weitere Mitarbeiter folgen, wie es in einer Mitteilung heisst. Aufgrund der Zeitverschiebung von neun Stunden will man aus Kanada dafür sorgen, dass der Support nachts besser als bisher zu erreichen ist. Adressiert werden insbesondere weltweit aufgestellte Kunden wie etwa Trekksoft oder Doodle, die in ihren internationalen Filialen auch dann auf schnelle Reaktionen angewiesen sind, wenn in der Schweiz alles schläft, erklärt der operative Chef von Nine, Patrik Hofer.
 
Wichtig sei gewesen, dass die Kunden bei Problemen immer mit IT-Profis in Kontakt kommen und nicht auf einen xbeliebigen Callcenter-Mitarbeiter treffen, so Hofer.
 
Weiter sagte er zu inside-channels.ch, dass mit dem neuen Angebot der von Anfang an bestehende Pikettdienst ausserhalb der Büroöffnungszeiten entlastet werde. Zu beachten sei dabei jedoch, dass der First-Level-Support nicht von dem Angebot betroffen ist und weiter aus der Schweiz sichergestellt werde.
 
Der neue Mann in Kanada spreche zwar kein Deutsch. Doch da man insbesondere internationale tätige Kunden adressiere, sei das in der Regel kein Problem. Falls Verständigungsprobleme auftreten, stehe immer noch der weiterbestehende Pikettdienst in der Schweiz zur Verfügung. Hinzukomme, dass man wie in der Pilotphase den Schweizer Mitarbeitern aus dem Support-Team einen dreimonatigen Aufenthalt in der kanadischen Filiale ermöglichen wolle, wodurch allfällige Sprachbarrieren ohnehin hinfällig werden.
 
Supporter nicht mehr aus dem Schlaf reissen
Laut Hofer ist es bei den neuen Dienst nicht um Kosteneinsparungen gegangen, vielmehr verdanke sich der neue Standort einem Zufall. Firmenmitgründer und CEO Philipp Koch sei in Kontakt mit einer kanadischen Firma gekommen sei, wo man inzwischen eingemietet sei. Im Vordergrund habe die Entlastung des Schweizer Supports in der Nacht gestanden. Aus dem Tiefschlaf Höchstleistungen zu bringen, sei durchaus anspruchsvoll, so Hofer weiter.
 
Nicht betroffen sind von dem Rund-um-die Uhr-Support die Datenbestände. Sie bleiben zu 100 Prozent in den vier Rechenzentren Schweiz, so Hofer. Nine hat seinen Hauptsitz in Altstetten, beschäftigt knapp 40 Mitarbeiter und ist bei Colo-Züri, E-Shelter in Rümlang und in zwei Zürcher RZs von Green eingemietet. Zu mehr als 90 Prozent wird der Umsatz aktuell noch mit dem eigenen Cloud- und Housing-Angebot erwirtschaften, sagt Hofer. Künftig soll insbesondere der Umsatz mit gemanagten AWS (Amazon Cloud Services) steigen. (vri)
 
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