Zuger Dodax legt sich mit Siroop, Amazon und Co. an

Dodax-Mitgründer und CEO Christian Mayrhofer.
Mit einem neu lancierten Onlinemarktplatz will Dodax Siroop oder Ricardo die Stirn bieten. Im Gespräch mit inside-channels.ch erklärt CEO Mayrhofer, warum das eigene Angebot den Händlern ein besseres Zuhause bieten wird.
 
Der Schweizer Onlinehändler Dodax lanciert heute einen Marktplatz für Drittanbieter. Ab sofort können Händler ihr Warenangebot im Shop von Dodax einstellen und so über einen weiteren Verkaufskanal anbieten. Wie Dodax-CEO und Mitgründer Christian Mayrhofer in einem Gespräch mit inside-channels.ch erklärt, habe man selbst viele Jahre Erfahrung mit dem Verkauf der eigenen Waren über andere Online-Marktplätze, etwa bei Amazon oder Ebay gesammelt. Nun wolle man Händlern eine Plattform bieten, über die sie die eigenen Produkte möglichst einfach und effizient verkaufen können.
 
So sagt Mayrhofer etwa, dass auf eine Klassifizierung der Produkte zur Berechnung der Provision verzichtet wird. Für sämtliche über Dodax verkaufte Waren, werde eine einheitliche Provision von neun Prozent verlangt. Zum Vergleich: Bei Siroop sind es sechs Prozent für Elektronik-Produkte und 9,9 Prozent für alle anderen Waren. Bei Ebay seien die Klassifizierungen "teilweise äusserst komplex". Als weiteren Vorteil nennt der Dodax-Mitgründer die Schnittstellen, die man den Händler zur Verfügung stellt. Über eine API können Händlern, die ihre Waren bereits über den Amazon-Marketplace verkaufen, ohne weiteres Zutun sämtliche Infos zu den Produkten bei Dodax einstellen. Anfang 2017 soll auch dies auch für weitere Marketplaces folgen. "Wir möchten den Händlern einen möglichst schnellen Start ermöglichen", so Mayrhofer im Gespräch. Deshalb erlasse man zum Start dem Händler auch drei Monate lang die Provision.
 
Wie auch bei den anderen Marketplaces, können die Händler den Preis sowie die Lieferbedingungen und -gebühren selbst wählen. Dodax wickelt die Bezahlungen ab und zahlt den Händlern ihre Erträge in einem regelmässigem Abstand aus. Same-Day-Lieferungen oder Pick-up-Stationen sind laut Mayrhofer übrigens kein Thema bei Dodax. "Dabei handelt es sich um subventionierte Produkte", ist er überzeugt. Wolle man längerfristig kompetitive Preise anbieten, funktioniere dies nicht.
 
Marketplace auch in weiteren Ländern geplant
Mit dem Onlineshop ist Dodax derzeit neben der Schweiz auch in weiteren Ländern Europas, den USA, Kanada und Asien präsent. Der Marketplace wird zunächst in der Schweiz und in Deutschland lanciert, weitere Länder sollen folgen.
 
Dodax gehört je zur Hälfte den beiden Österreichern Christian Mayrhofer und Dominik Bieringer, die sich während dem Software Engineering Studium in Österreich kennengelernt haben. Das Unternehmen sei selbstfinanziert und habe letztes Jahr einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro erzielt. Mittlerweile arbeiten 120 Angestellte - darunter knapp 40 Softwareentwickler - in der Schweiz, Österreich, Deutschland und Polen für das 2009 gegründete Unternehmen. Aktuell wickelt das Unternehmen zwischen 12'000 und 14'000 Bestellungen pro Tag ab. Zum Weihnachtsgeschäft können es bis zu 50'000 sein, so Mayrhofer. Den eigenen Onlineshop werde Dodax auch mit der Lancierung des Marketplaces weiterführen und eine klare Multi-Channel-Strategie verfolgen.
 
Um nun Händler zu finden, die ihre Waren über den Dodax-Marktplatz verkaufen, werde man keine aggressive Strategie verfolgen. Einige der gängigsten Händler wolle man dennoch versuchen zu akquirieren, sagt Mayrhofer zu inside-channels.ch weiter. Konkrete Ziele habe man sich aber nicht gesetzt. "Wir freuen uns über jeden". Der Onlineshop-Gigant Amazon erzielt weltweit aktuell 40 Prozent des Gesamtumsatzes mit Dritt-Anbietern, die ihre Waren über den Amazon-Marketplace verkaufen, so Mayrhofer. "Diesen wollen wir einen zusätzlichen Verkaufskanal bieten." (Katharina Jochum)